Petavatthu

Buch 1

8. Der Ochse

Vater:
Was tust du wie ein Irrer denn
und reißest ab das grüne Gras
und redest immer: „Iss doch, iss!“
zu diesem toten alten Ochs?

Denn nicht durch Speise und durch Trank
kann aufsteh’n der gestorb’ne Ochs,
und zwecklos redest du daher,
wie wenn du den Verstand verlor’n.

Sohn:
Der Ochs hat Füße noch und Kopf,
er hat den Körper mit dem Schwanz,
die Augensterne sind noch da.
Warum sollt er nicht stehen auf?

Großvaters Hand und Fuß und Leib
und Kopf sieht man nicht mehr.
Wenn du bei seinem Grabmal weinst,
hast du nicht den Verstand verlor’n?

Vater:
Wie Feuer brannte Kummer mir,
in das man flüss’ge Butter gibt;
gleichwie man Wasser gießt hinein,
hast alles Weh du mir gelöscht.

Des Kummers Stachel zog er raus,
der mir in meinem Herz gesteckt.
Den Kummer, der mich ganz erfüllt,
den Vaterkummer nahm er mir.

Der Kummerstachel, der ist fort,
bin kühl geworden, brandgelöscht,
ich trau’re nicht, ich wein nicht mehr,
nachdem, mein Sohn, ich dich gehört.

Sprecher:
Die weise sind, die handeln so,
sie nehmen anderer sich an,
sie machen sie vom Kummer frei,
wie seinen Vater Sujāta.