Saṃyutta Nikaya 12

Von den Ursachen

49. Der edle Jünger (1)

Ort der Begebenheit: Sāvatthī.

„Nicht kommt, ihr Bhikkhus, einem wohl unterrichteten edlen Jünger folgender Gedanke:,steht es wohl so (daß man fragen muß):

was muß vorhanden sein, damit was entsteht?
aus wessen Entstehung folgt die Entstehung von was?
was muß vorhanden sein, damit Name und Form entsteht.
was muß vorhanden sein, damit die sechs Sinnesbereiche entstehen?
was muß vorhanden sein, damit Berührung entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Empfindung entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Durst entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Erfassen entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Werden entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Geburt entsteht?
was muß vorhanden sein, damit Alter und Tod entstehen?‘

Sondern es besitzt, ihr Bhikkhus, ein wohl unterrichteter edler Jünger infolge seines ausschließlichen Vertrauens (aparapaccayā) schon das Wissen hiervon:,wenn jenes ist, tritt dieses ein; aus der Entstehung von jenem geht die Entstehung von diesem hervor:

wenn Bewußtsein vorhanden ist, entsteht Name und Form;
wenn Name und Form vorhanden ist, entstehen die sechs Sinnesbereiche;
wenn die sechs Sinnesbereiche vorhanden sind, entsteht Berührung;
wenn Berührung vorhanden ist, entsteht Empfindung;
wenn Empfindung vorhanden ist, entsteht Durst;
wenn Durst vorhanden ist, entsteht Erfassen;
wenn Erfassen vorhanden ist, entsteht Werden;
wenn Werden vorhanden ist, entsteht Geburt;
wenn Geburt vorhanden ist, entstehen Alter und Tod.‘

Also erkennt er: auf solche Art kommt der Ursprung der Welt zustande.

Nicht kommt, ihr Bhikkhus, einem wohl unterrichteten edlen Jünger folgender Gedanke:,steht es wohl so (daß man fragen muß):

was muß nicht vorhanden sein, damit was nicht entsteht?
aus wessen Aufhebung folgt die Aufhebung von was?
was muß nicht vorhanden sein, damit Name und Form nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit die sechs Sinnesbereiche nicht entstehen?
was muß nicht vorhanden sein, damit Berührung nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Empfindung nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Durst nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Erfassen nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Werden nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Geburt nicht entsteht?
was muß nicht vorhanden sein, damit Alter und Tod nicht entstehen?‘

Sondern es besitzt, ihr Bhikkhus, ein wohl unterrichteter edler Jünger infolge seines ausschließlichen Vertrauens schon das Wissen hiervon:,wenn jenes nicht ist, tritt dieses nicht ein; aus der Aufhebung von jenem geht die Aufhebung von diesem hervor:

wenn Bewußtsein nicht vorhanden ist, entsteht Name und Form nicht;
wenn Name und Form nicht vorhanden ist, entstehen die sechs Sinnesbereiche nicht;
wenn die sechs Sinnesbereiche nicht vorhanden sind, entsteht Berührung nicht;
wenn Berührung nicht vorhanden ist, entsteht Empfindung nicht;
wenn Empfindung nicht vorhanden ist, entsteht Durst nicht;
wenn Durst nicht vorhanden ist, entsteht Erfassen nicht,
wenn Erfassen nicht vorhanden ist, entsteht Werden nicht;
wenn Werden nicht vorhanden ist, entsteht Geburt nicht;
wenn Geburt nicht vorhanden ist, entstehen Alter und Tod nicht.‘

Also erkennt er: auf solche Art kommt die Aufhebung dieser Welt zustande.

Wann nun, ihr Bhikkhus, ein edler Jünger also den Ursprung und den Untergang der Welt der Wirklichkeit gemäß erkennt: ein so1cher, ihr Bhikkhus, heißt ein edler Jünger, der mit (richtiger) Anschauung begabt ist, der mit Einsicht begabt ist, der zu dieser guten Lehre gelangt ist, der diese gute Lehre schaut, der die Erkenntnis des Strebenden besitzt, der das Wissen des Strebenden besitzt, der mit dem Ohr der Wahrheit begabt ist, ein edler, der die (in die höchste Wahrheit) eindringende Erkenntnis besitzt, der da anpocht an die Pforte des Nirvana.“