Saṃyutta Nikaya 16

Von Kassapa

4. Familienbesucher

(Ort der Begebenheit:) Sāvatthī.

„Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Was für ein Bhikkhu darf ein Familienbesucher werden? Was für ein Bhikkhu darf kein Familienbesucher werden?“

„Im Erhabenen, Herr, wurzeln unsere Lehrmeinungen, vom Erhabenen werden sie geleitet, auf den Erhabenen stützen sie sich. Wohlan denn, Herr, dem Erhabenen wolle der Sinn des Gesagten aufleuchten; vom Erhabenen ihn hörend werden die Bhikkhus ihn erfassen.“

Der Erhabene sprach also: „Wenn da irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht: ‚sie sollen mir geben, nicht sollen sie mir die Gabe verweigern; viel sollen sie mir geben, nicht wenig; vorzügliches sollen sie mir geben, nicht schlechtes; schnell sollen sie mir geben, nicht langsam; achtungsvoll sollen sie mir geben, nicht unachtsam!‘

Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Bhikkhu, der mit diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird der Bhikkhu unwillig; er empfindet aus diesem Grunde Leid und Traurigkeit: ‚wenig geben sie, nicht viel.. .; schlechtes geben sie, nicht vorzügliches.. .; langsam geben sie, nicht schnell.. .; unachtsam geben sie, nicht achtungsvoll.‘ darüber wird der Bhikkhu unwillig; er empfindet aus diesem Grunde Leid und Traurigkeit.—Ein solcher Bhikkhu, ihr Bhikkhus, darf kein Familienbesucher werden.

Wenn da aber irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht: ‚wie wäre es denn nur möglich, bei anderen Familien (zu denken): sie sollen mir geben, nicht sollen sie mir die Gabe verweigern; viel sollen sie mir geben, nicht wenig; vorzügliches sollen sie mir geben, nicht schlechtes; schnell sollen sie mir geben, nicht langsam; achtungsvoll sollen sie mir geben, nicht unachtsam?‘

Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Bhikkhu, der mit diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird der Bhikkhu nicht unwillig; er empfindet aus diesem Grunde kein Leid und keine Traurigkeit: wenig geben sie mir, nicht viel.. .; schlechtes geben sie mir, nicht vorzügliches.. .; langsam geben sie mir, nicht schnell.. .; unachtsam geben sie mir, nicht achtungsvoll.‘ darüber wird der Bhikkhu nicht unwillig; er empfindet aus diesem Grunde kein Leid und keine Traurigkeit.—Ein solcher Bhikkhu, ihr Bhikkhus, darf ein Familienbesucher werden.

Kassapa, ihr Bhikkhus, sucht mit diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) auf: ‚wie wäre es denn nur möglich usw. usw. (=6). ..

Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Kassapa, der mit solchen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird Kassapa nicht unwillig usw. usw. (= 7). .. darüber wird Kassapa nicht unwillig; er empfindet aus diesem Grunde kein Leid und keine Traurigkeit.

Mit (dem Beispiel des) Kassapa, ihr Bhikkhus, will ich euch ermahnen, oder mit (dem Beispiel von) einem, der dem Kassapa ähnlich ist. Seid ihr aber ermahnt, so müßt ihr danach streben, so (wie er) zu werden.“