Saṃyutta Nikaya 16

Von Kassapa

6. Ermahnung (1)

(Ort der Begebenheit:) in Rājagaha, im Bambushain.

Und es begab sich der ehrwürdige Mahākassapa dorthin, wo der Erhabene sich befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

Zu dem zur Seite sitzenden ehrwürdigen Mahākassapa sprach dann der Erhabene also: „Ermahne die Bhikkhus, Kassapa, halte den Bhikkhus eine Lehrpredigt, Kassapa, entweder ich, Kassapa, will die Bhikkhus ermahnen, oder du; entweder ich will den Bhikkhus eine Lehrpredigt halten, oder du.“

„Schwer zu reden, Herr, ist ja gegenwärtig zu den Bhikkhus; sie haben Eigenschaften an sich, die es schwer machen, zu ihnen zu reden; sie sind unzugänglich, nehmen einen Zuspruch ohne Ehrerbietung hin. Da habe ich, Herr, den Bhikkhu Bhanda mit Namen, den Zellgenossen des Ānanda, gesehen und den Bhikkhu Ābhiñjika mit Namen, den Zellgenossen des Anuruddha, wie sie einander zum Hören aufforderten: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?“

Da nun sprach der Erhabene einen Bhikkhu an: „Gehe du, Bhikkhu, und sprich in meinem Namen zu dem Bhikkhu Bhanda, dem Zellgenossen des Ānanda, und zu dem Bhikkhu Ābhiñjika, dem Zellgenossen des Anuruddha: der Meister will die Ehrwürdigen sprechen.“

„Ja, Herr!“ erwiderte aufhorchend der Bhikkhu dem Erhabenen und begab sich dorthin, wo jene Bhikkhus sich befanden. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, sprach er zu den Bhikkhus also: „Der Meister will die Ehrwürdigen sprechen.“

„Ja, Verehrter“, erwiderten jene aufhorchend dem Bhikkhu und begaben sich dorthin, wo der Erhabene sich befand, und nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder.

Zu den zur Seite sitzenden Bhikkhus sprach dann der Erhabene also: „Habt ihr wirklich, ihr Bhikkhus, einander zum Hören aufgefordert komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?“—„Ja, Herr!“

„Versteht aber denn ihr Bhikkhus die von mir gepredigte Lehre also: kommet, ihr Bhikkhus, und fordert einander zum Hören auf: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?“—„Nein, Herr, das ist nicht der Fall.“

„Wenn ihr Bhikkhus nun aber doch die von mir gepredigte Lehre nicht also versteht, was wissend und was schauend fordert dann ihr Toren, die ihr in der so wohl verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen habt, einander zum Hören auf: komm Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?“

Da nun warfen sich jene Bhikkhus mit der Stirne zu Füßen des Erhabenen nieder und sprachen zu dem Erhabenen also: „Eine Verfehlung, Herr, hat uns übermannt wie Toren, wie Verblendete, wie Böse, daß wir, die wir in der so wohl verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen haben, einander zum Hören aufforderten: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden? Möge der erhabene Herr dies unser Bekenntnis der Verfehlung als einer Verfehlung entgegennehmen, damit wir fürderhin davor uns hüten.“

„Wahrlich, ihr Bhikkhus, eine Verfehlung hat euch übermannt wie Toren, wie Verblendete, wie Böse, daß ihr, die ihr in der so wohl verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen habt, einander zum Hören auffordertet: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden? Da ihr Bhikkhus nun aber die Verfehlung als Verfehlung anseht und der Vorschrift gemäß sühnt, so nehmen wir dies euer (Bekenntnis) entgegen.

Eine Förderung ist das, ihr Bhikkhus, für den Edlen in der Zucht, wenn er seine Verfehlung als Verfehlung ansieht, der Vorschrift gemäß sie sühnt und fürderhin davor sich zu hüten bestrebt ist.“