Saṃyutta Nikaya 2

Von den Göttersöhnen

23. Serin

Zur Seite stehend redete der Devaputta Serin den Erhabenen mit der Strophe an:

„An Speise erfreuen sich beide, Götter und Menschen,
Wo wäre da ein Yakkha, der sich nicht an Speise erfreute?“

„Die sie im Glauben spenden mit fromm geläuterter Seele,
Denen folgt eben diese Speise nach in dieser Welt und in der anderen.
Darum treibe man aus den Geiz und spende Gaben, (der Habsucht) Schmutz überwindend:
Verdienstliche Werke sind in der anderen Welt ein fester Halt für die Lebewesen.“

„Wunderbar, Herr, unvergleichlich! Wie schön hat das der erhabene Herr gesagt:

Die sie im Glauben spenden mit fromm geläuterter Seele,
Denen folgt eben diese Speise nach in dieser Welt und in der anderen.
Darum treibe man aus den Geiz und spende Gaben, (der Habsucht) Schmutz überwindend:
Verdienstliche Werke sind in der anderen Welt ein fester Halt für die Lebewesen.

In früherer Zeit einmal, Herr, war ich ein König, mit Namen Serin, freigebig, ein Herr der Gabe, das Geben preisend. An den vier Toren (der Stadt), Herr, wurde von mir Gabe gespendet an Samanas und Brāhmanas, an Unglückliche und Reisende, an Arme und Bettler.

Da begaben sich zu mir die Frauen am Hof, Herr, und sprachen also: ‚Von dem Könige wird Gabe gespendet, von uns wird keine Gabe gespendet. Gerne möchten auch wir mit des Königs Genehmigung Gabe spenden und verdienst liche Werke tun.‘

Da kam mir, Herr, folgender Gedanke: ‚Ich bin doch freigebig, ein Herr der Gabe, das Geben preisend. Was soll ich da zu ihnen sagen, wenn sie sagen: wir wollen Gabe spenden?‘ So übergab ich denn, Herr, den Frauen am Hof das erste Tor. Dort wurde von meinen Frauen Gabe gespendet; meine Gabe kehrte (zu mir) zurück.

Da begaben sich zu mir die mir dienstpflichtigen Edelleute, Herr, und sprachen also: ‚Vom Könige wird Gabe gespendet, von den Frauen am Hof wird Gabe gespendet, von uns wird keine Gabe gespendet. Gerne möchten auch wir mit des Königs Genehmigung Gabe spenden und verdienstliche Werke tun.‘

Das kam mir, Herr, folgender Gedanke: ‚Ich bin doch freigebig, ein Herr der Gabe, das Geben preisend. Was soll ich da zu ihnen sagen, wenn sie sagen: wir wollen Gabe spenden?‘ So übergab ich denn, Herr, den mir dienstpflichtigen Edelleuten das zweite Tor. Dort wurde von den mir dienstpflichtigen Edelleuten Gabe gespendet; meine Gabe kehrte (zu mir) zurück.

Da begab sich zu mir mein Kriegsvolk, Herr, und sprach also: ‚Vom Könige wird Gabe gespendet, von den Frauen am Hof wird Gabe gespendet, von den dienstpflichtigen Edelleuten wird Gabe gespendet, von uns wird keine Gabe gespendet. Gerne möchten auch wir mit des Königs Genehmigung Gabe spenden und verdienstliche Werke tun.‘

Da kam mir, Herr, folgender Gedanke: ‚Ich bin doch freigebig, ein Herr der Gabe, das Geben preisend. Was soll ich da zu ihnen sagen, wenn sie sagen: ‚Wir wollen Gaben spenden?‘ So übergab ich denn, Herr, meinem Kriegsvolk das dritte Tor. Dort wurde von meinem Kriegsvolk Gabe gespendet; meine Gabe kehrte (zu mir) zurück.

Da begaben sich zu mir die Brāhmanas und die Hausväter, Herr, und sprachen also: ‚Vom Könige wird Gabe gespendet, von den Frauen am Hof wird Gabe gespendet, von den dienstpflichtigen Edelleuten wird Gabe gespendet, vom Kriegsvolk wird Gabe gespendet, von uns wird keine Gabe gespendet. Gerne möchten auch wir mit des Königs Genehmigung Gabe spenden und verdienstliche Werke tun.‘

Da kam mir, Herr, folgender Gedanke: ‚Ich bin doch freigebig, ein Herr der Gabe, das Geben preisend. Was soll ich da zu ihnen sagen, wenn sie sagen: ‚Wir wollen Gabe spenden?‘ So übergab ich denn, Herr, den Brāhmanas und den Hausvätern das vierte Tor. Dort wurde von den Brāhmanas und von den Hausvätern Gabe gespendet; meine Gabe kehrte (zu mir) zurück.

Da begaben sich zu mir die Leute, Herr, und sprachen also: ‚Jetzt wird von dem Könige nirgends mehr Gahe gespendet.‘ Auf dieses Wort hin, Herr, sprach ich zu den Leuten also: ‚So sollt ihr denn von den Abgaben, die von auswärtigen Ländern zufließen, die eine Hälfte in die Königsburg einliefern, die andere Hälfte an Ort und Stelle als Gabe spenden den Samanas und Brāhmanas, den Unglücklichen und Reisenden, den Armen und Bettlern.

Also kam ich so lange Zeit, Herr, mit verdienstvollen Werken, die ich vollbrachte, so lange Zeit mit guten Taten, die ich vollbrachte, nicht zu Ende, (in der Gewißheit:) so groß das Verdienst ist, so groß wird auch der Lohn für das Verdienst sein, oder so lange wird man im Himmel verbleiben können.“

„Wunderbar, Herr, unvergleichlich, Herr! Wie schon hat das der erhabene Herr gesagt:

Die sie im Glauben spenden mit fromm geläuterter Seele,
Denen folgt eben diese Speise nach in dieser Welt und in der anderen.
Darum treibe man aus den Geiz und spende Gaben, (der Habsucht) Schmutz überwindend:
Verdienstliche Werke sind in der anderen Welt ein fester Halt für die Lebewesen.“