Saṃyutta Nikaya 22

Die Daseinsgruppen

102. Vergänglichkeit

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapindika.

Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: „Ihr Mönche!“—„Ja, o Herr“, antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

„Die Vorstellung der Vergänglichkeit, ihr Mönche, wird sie entfaltet und häufig geübt, bezwingt alle Sinnlichkeits-Gier, sie bezwingt alle Körper-Gier, bezwingt alle Daseins-Gier, bezwingt alles Nichtwissen und vernichtet allen Ich-Wahn.

Wie ein Landmann, ihr Mönche, zur Herbstzeit mit einer großen Pflugschar pflügend all die weitverzweigten Wurzeln durchschneidet, ebenso auch, ihr Mönche, bezwingt die Vorstellung der Vergänglichkeit, wird sie entfaltet und häufig geübt, alle Sinnlichkeits-Gier, sie bezwingt alle Körper-Gier, sie bezwingt alle Daseins-Gier, bezwingt alles Nichtwissen und vernichtet allen Ich-wahn.

Wie wenn ein Grasmäher, nachdem er das Gras geschnitten, es oben anfaßt und es dann nach unten hin schüttelt, es abschlägt und schwenkt, ebenso auch... (wie oben)

Wie bei einem Bündel Mango-Früchte, das mit dem Stiel abgeschnitten wird, alle am Stiel hängenden Früchte eben (dem Stiel) folgen müssen, ebenso auch...

Wie alle Dachsparren eines Giebelhauses zum Giebel hin verlaufen, zum Giebel streben, im Giebel zusammentreffen, der Giebel als ihr Höchstes gilt, ebenso auch...

Wie von allen Wurzeldüften der des dunklen Sandel als der beste gilt, ebenso auch...

Wie von allen Edelholzdüften der des roten Sandel als der beste gilt, ebenso auch...

Wie von allen Blumendüften der des Jasmin als der beste gilt, ebenso auch...

Wie alle kleinen Fürsten dem Weltherrscher zu Diensten sind, der Weltherrscher als der höchste gilt, ebenso auch...

Wie der Glanz aller Sternbilder nicht den sechzehnten Teil des Mondenglanzes erreicht, der Mondenglanz als der höchste gilt, ebenso auch...

Wie bei klarem, wolkenlosem Herbsthimmel die Sonne, sich über die Nebel erhebend, alle Dunkelheit im Luftraum vertreibend, leuchtet, glüht und strahlt: ebenso auch, ihr Mönche, bezwingt die Vorstellung der Vergänglichkeit, wird sie entfaltet und häufig geübt, alle Sinnlichkeits-Gier, sie bezwingt alle Körper-Gier, sie bezwingt alle Daseins-Gier, bezwingt alles Nichtwissen und vernichtet allen Ich-Wahn.

Wie nun entfaltet, ihr Mönche, wie, häufig geübt, bezwingt die Vorstellung der Vergänglichkeit alle Sinnlichkeits-Gier.. ..

‚So ist die Körperlichkeit, so ist das Entstehen der Körperlichkeit, so ist das Vergehen der Körperlichkeit. So ist das Gefühl—die Wahrnehmung—so sind die Gestaltungen—so ist das Bewußtsein, so ist ihr Entstehen, so ist ihr Vergehen.‘

So entfaltet, ihr Mönche, so häufig geübt, bezwingt die Vorstellung der Vergänglichkeit alle Sinnlichkeits-Gier, bezwingt alle Körper-Gier, bezwingt alle Daseins-Gier, bezwingt alles Nichtwissen und vernichtet allen Ich-Wahn.“