Saṃyutta Nikaya 22

Die Daseinsgruppen

43. Sich selber Leuchte

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapindika.

Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: „Ihr Mönche!“—„Ja, o Herr“, antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

„Seid euch selber Leuchte, seid euch selber Zuflucht, ihr Mönche, habt keine andere Zuflucht! Die Lehre sei euch Leuchte, die Lehre sei euch Zuflucht, habt keine andere Zuflucht!

Von denen, die sich selbst Leuchte, selbst Zuflucht sind und keine andere Zuflucht haben, welche die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht und keine andere Zuflucht haben—von solchen soll da nach dem Ursprung geforscht werden, nämlich: Wie sind entstanden Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung, wie sind sie zustande gekommen?

Wie nun, ihr Mönche, sind Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung entstanden, wie sind sie zustande gekommen?

Es ist da, ihr Mönche, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend, der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult. Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit. Ihm wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit. Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.

Der betrachtet das Gefühl—die Wahrnehmung die Gestaltungen—das Bewußtsein als das Selbst oder das Selbst als (Gefühl...) Bewußtsein besitzend oder das Bewußtsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewußtsein. Ihm wandelt sich nun, verändert sich dieses Bewußtsein. Durch Wandel und Veränderung dieses Bewußtseins entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.

Hat man aber, ihr Mönche, eben dieser Körperlichkeit Vergänglichkeit und Veränderlichkeit, die Entsüchtung (von ihr) und (ihre) Aufhebung gesehen, (so weiß man): ‚Die frühere Körperlichkeit, wie die jetzige, alle Körperlichkeit ist vergänglich, leidvoll, der Veränderung unterworfen.‘ Wer dies so der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit erkennt, dem schwindet Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Sind diese geschwunden, dann süchtet man nicht mehr. Ohne Süchten lebt man glücklich; und vom glücklich lebenden Mönch heißt es: ‚Er ist durch solches Mittel erlöst‘.

Hat man, ihr Mönche, eben dieses Gefühls—dieser Wahrnehmung—dieser Gestaltungen—dieses Bewußtseins Vergänglichkeit und Veränderlichkeit, die Entsüchtung (davon) und (deren) Aufhebung gesehen, (so weiß man): ‚Das frühere (Gefühl...) Bewußtsein, wie das jetzige, alles Bewußtsein ist vergänglich, leidvoll, der Veränderung unterworfen.‘ Wer dies so der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit erkennt, dem schwindet Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Sind diese geschwunden, dann süchtet man nicht mehr. Ohne Süchten lebt man glücklich. Und vom glücklich lebenden Mönch heißt es: ‚Er ist durch solches Mittel erlöst.‘“