Saṃyutta Nikaya 22

Die Daseinsgruppen

60. Mahāli, der Licchaver

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene bei Vesālī, im Großen Walde, in der Giebelhaus-Halle.

Da begab sich Mahāli, der Licchaver, zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach Mahāli, der Licchaver, zum Erhabenen also:

„So, o Herr, spricht Pūrana-Kassapa: ‚Es gibt keinen Grund, es gibt keine Ursache für die Befleckung der Wesen (durch Unheilsames). Ursachlos, grundlos werden die Wesen befleckt. Es gibt keinen Grund, es gibt keine Ursache für die Reinheit der Wesen. Ursachlos, grundlos werden die Wesen rein.‘ Was sagt nun der Erhabene dazu?“

„Es gibt, Mahāli, eine Ursache, es gibt einen Grund fur die Befleckung der Wesen. Verursacht und begründet ist es, daß die Wesen befleckt werden. Es gibt, o Mahāli, eine Ursache, es gibt einen Grund für die Reinheit der Wesen. Verursacht und begründet ist es, daß die Wesen rein werden.“

„Was nun, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund fiir die Befleckung der Wesen? Wie verursacht, wie begründet werden sie befleckt?“

„Wenn, o Mahāli, diese Körperlichkeit ganz und gar Leiden wäre, (lediglich) mit Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (auch) von Wohlgefühl begleitet, nicht würde es da die Wesen nach Körperlichkeit gelüsten. Weil nun aber, o Mahāli, die Körperlichkeit auch Wohlgefühl (gibt), mit Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet ist, nicht (immer) begleitet ist von Leiden, daher gelüstet es die Wesen nach Körperlichkeit. Durch solches Gelüsten werden sie gefesselt, gefesselt werden sie befleckt.

Wenn, o Mahāli, dieses Gefühl—diese Wahrnehmung—diese Gestaltungen—dieses Bewußtsein ganz und gar Leiden wären, (lediglich) mit Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (auch) von Wohlgefühl begleitet, nicht würde es da die Wesen nach Gefühl—nach Wahrnehmung—nach Gestaltungen—nach Bewußtsein gelüsten. Weil nun aber, o Mahāli, das Gefühl—die Wahrnehmung—die Gestaltungen—das Bewußtsein (auch) Wohlgefühl (geben), mit Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet sind, nicht (immer) begleitet sind von Leiden, daher gelüstet es die Wesen nach Gefühl—Wahrnehmung—Gestaltungen—Bewußtsein. Durch solches Gelüsten werden sie gefesselt, gefesselt werden sie befleckt.—Dies, o Mahāli, ist die Ursache, dies ist der Grund für die Befleckung der Wesen. So verursacht, so begründet werden die Wesen befleckt.“

„Was nun, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund für die Reinheit der Wesen? Wie verursacht, wie begründet werden die Wesen rein?“

„Wenn, o Mahāli, diese Körperlichkeit ganz und gar Wohlgefühl wäre, (lediglich) mit Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet, nicht (auch) von Leiden begleitet, nicht würden sich da die Wesen von der Körperlichkeit abwenden. Weil nun aber, o Mahāli, die Körperlichkeit auch Leiden (gibt), mit Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (immer) von Wohlgefühl begleitet ist, daher wenden sich die Wesen von der Körperlichkeit ab. Abgewandt werden sie entsüchtet, entsüchtet werden sie rein.

Wenn, o Mahāli, dieses Gefühl—diese Wahrnehmung—diese Gestaltungen—dieses Bewußtsein ganz und gar Wohlgefühl wären, (lediglich) mit Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet, nicht (auch) von Leiden begleitet, nicht würden sich da die Wesen vom Gefühl—von der Wahrnehmung—von den Gestaltungen—vom Bewußtsein abwenden. Weil nun aber, o Mahāli, das Gefühl—die Wahrnehmung—die Gestaltungen—das Bewußtsein auch Leiden (geben), mit Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (immer) von Wohlgefühl begleitet sind, daher wenden sich die Wesen vom Gefühl—von der Wahrnehmung—von den Gestaltungen—vom Bewußtsein ab. Abgewandt werden sie entsüchtet, entsüchtet werden sie rein.

Dies, o Mahāli, ist die Ursache, ist der Grund für die Reinheit der Wesen. So verursacht, so begründet werden die Wesen rein.“