Saṃyutta Nikaya 22

Die Daseinsgruppen

94. Die Lotusblume

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapindika.

Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: „Ihr Mönche!“—„Ja, o Herr“, antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

„Nicht streite ich mit der Welt, ihr Mönche, sondern die Welt streitet mit mir. Nicht streitet mit irgendeinem in der Welt ein Künder der Lehre.

Wobei man, ihr Mönche, unter den Weisen in der Welt übereinstimmt: ‚Das gibt es nicht.‘ davon sage auch ich: ‚Das gibt es nicht.‘ Wobei man, ihr Mönche, unter den Weisen in der Welt übereinstimmt: ‚Das gibt es.‘ davon sage auch ich: ‚Das gibt es‘.

Wobei nun, ihr Mönche, stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und wovon sage auch ich: ‚Das gibt es nicht‘?

Eine unvergängliche, beständige, ewige, unveränderliche Körperlichkeit, die gibt es nicht! Darin stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und davon sage auch ich: ‚Das gibt es nicht!‘

Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein, die unvergänglich sind, beständig, ewig, unveränderlich, die gibt es nicht! Darin stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und davon sage auch ich: ‚Das gibt es nicht!‘

Dieses ist es, wobei man unter den Weisen in der Welt übereinstimmt, und wovon auch ich sage: ‚Das gibt es nicht‘.

Wobei nun, ihr Mönche, stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und wovon sage auch ich: ‚Das gibt es‘?

Eine vergängliche, unbeständige, nicht ewige, veränderliche Körperlichkeit, die gibt es. Darin stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und davon sage auch ich: ‚Das gibt es‘.

Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein, die vergänglich sind, unbeständig, nicht ewig, veränderlich, die gibt es. Darin stimmt man unter den Weisen in der Welt überein, und davon sage auch ich: ‚Das gibt es‘.

Dieses ist es, wobei man unter den Weisen in der Welt übereinstimmt, und wovon auch ich sage: ‚Das gibt es‘.

Es gibt, ihr Mönche, in der Welt ein Ding, das hat der Vollendete völlig erkannt und durchdrungen, und nachdem er es erkannt und völlig durchdrungen hat, legt er es dar, zeigt es auf, tut es kund, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht es.

Welches ist dieses Ding in der Welt, das der Vollendete völlig erkannt und durchdrungen hat, und welches er, nachdem er es erkannt und durchdrungen, darlegt, aufzeigt, kundtut, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht?

Die Körperlichkeit, ihr Mönche, ist das Ding in der Welt, welches der Vollendete völlig erkannt und durchdrungen hat und welches er, nachdem er es erkannt und durchdrungen, darlegt, aufzeigt, kundtut, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht. Nachdem dies, ihr Mönche, so vom Vollendeten dargelegt, aufgezeigt, kundgetan, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht wurde: wer es dann nicht versteht und erkennt, mit solchem törichten Weltmenschen, solch blindem, auglosem, verständnislosem, erkenntnislosem, was, ihr Mönche, kann ich mit ihm tun?

Das Gefühl—die Wahrnehmung—die Gestaltungen—das Bewußtsein, ihr Mönche, sind Dinge in der Welt, welche der Vollendete erkannt und durchdrungen hat, und welche er, nachdem er sie erkannt und durchdrungen, darlegt, aufzeigt, kundtut, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht. Nachdem dies, o Mönche, so vom Vollendeten dargelegt, aufgezeigt, kundgetan, begründet, eröffnet, erklärt und verdeutlicht wurde: wer es dann nicht versteht und erkennt, mit solchem törichten Weltmenschen, solch blindem, auglosem, verständnislosem, erkenntnislosem, was, ihr Mönche, kann ich mit ihm tun?

Wie, ihr Mönche, eine blaue, rote oder weiße Lotusblüte, im Wasser entstanden, im Wasser gewachsen, über das Wasser sich erhebend dasteht, unbefleckt vom Wasser:

Ebenso, ihr Mönche, ist der Vollendete in der Welt erwachsen; die Welt überwunden habend, weilt er unbefleckt von der Welt.“