Saṃyutta Nikaya 3

Von den Kosala

15. Krieg

Da nun hatte der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, sein viergliedriges Heer gerüstet und war gegen den König Pasenadi, den Kosala, vorgerückt bis nach Kāsī.

Da hörte der König Pasenadi, der Kosala: der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, hat wirklich sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich vorgerückt bis nach Kāsī.

Da nun rüstete der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer und rückte dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, entgegen bis nach Kasī.

Da nun lieferten sich der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, und der König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht. In dieser Schlacht aber besiegte der König Pasenadi, der Kosala, den Māgadhakönig Ajātasattu, den Sohn der Vedehī, und nahm ihn lebendig gefangen.

Da nun dachte der König Pasenadi, der Kosala, also: „Obwohl ich ihm nie ein Leid zufügte, fügt der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, mir Leid zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. Wie wäre es, wenn ich jetzt dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, seine ganze Truppe Elefanten wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe Wagen wegnähme, Seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme und ihn selber lebendig entließe?“

Da nun nahm der König Pasenadi, der Kosala, dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, Seine ganze Truppe Elefanten weg, nahm ihm seine ganze Truppe Pferde weg, nahm ihm seine ganze Truppe Wagen weg, nahm ihm seine ganze Truppe Fußsoldaten weg, und entließ ihn selber lebendig.

Da nun kleideten sich zahlreiche Bhikkhus zur Vormittagszeit an, nahmen Almosenschale und Obergewand und gingen, Almosen zu sammeln, nach Sāvatthī. Nachdem sie in Sāvatthī ihren Almosengang beendigt hatten, begaben sie sich nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder zur Seite sitzend sprachen dann die Bhikkhus zu dem Erhabenen also:

„Da hat jetzt, Herr, der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen den König Pasenadi, den Kosala, vorgerückt bis Kāsī. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, gehört: der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, hat wirklich sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich vorgerückt bis Kāsī. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer gerüstet und ist dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, entgegen gerückt bis Kāsī. Da nun haben sich, Herr, der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, und der König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht geliefert. In dieser Schlacht aber hat der König Pasenadi, der Kosala, den Māgadhakönig Ajātasattu, den Sohn der Vedehī besiegt und ihn lebendig gefangen genommen. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, also gedacht: ‚Obwohl ich ihm nie ein Leid zufügte, fügt der Māgadhakönig Ajātasattu, der Sohn der Vedehī, mir Leid zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. Wie wäre es, wenn ich jetzt dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, seine ganze Truppe Elefanten wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe Wagen wegnähme, seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme und ihn selber lebendig entließe? Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, dem Māgadhakönig Ajātasattu, dem Sohn der Vedehī, seine ganze Truppe Elefanten weggenommen, seine ganze Truppe Pferde weggenommen, seine ganze Truppe Wagen weggenommen, seine ganze Truppe Fußsoldaten weggenommen und ihn selber lebendig entlassen.“

Da nun sprach der Erhabene, wie er die Sache zur Kenntnis nahm, bei dieser Gelegenheit die folgende Strophe:

„Es raubt ein Mann, soviel ihm behagt;
Wenn dann andere rauben, so raubt der Beraubte mit;
Denn das ist eine Gelegenheit, denkt der Tor,
solange seine Sünde noch nicht reifte.

Wenn aber die Sünde reift, dann gerät der Tor ins Unheil.
Der Mörder wird Herr über den Mörder, über den Sieger wird Herr der siegt,
Über den Verleumder der, der verleumdet, der den Zornigen der Zürner.
Durch Umkehrung des Tuns raubt der vorher beraubte.“