Saṃyutta Nikaya 3

Von den Kosala

20. Ohne Erben (2)

Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala, mitten am Tage dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder. Zu dem zur Seite sitzenden König Pasenadi, dem Kosala, sprach da der Erhabene also: „Ei, warum denn kommst du, o Großkönig, mitten am Tage?

„Da ist, Herr, in Sāvatthī ein Gildemeister und Hausherr gestorben. Ich komme, nachdem ich eben sein Besitztum, für das kein Erbe da ist, in den Königspalast habe verbringen lassen. Es waren, Herr, achtzig mal hunderttausend an Gold. Was soll ich vom Silber sagen? Und dabei war, Herr, das Essen, das der Gildemeister und Hausherr genoss, solches: Reis mit der Hülse und saure Grütze dazu. Und die Kleidung, die er anlegte, war solche: er pflegte ein Hanfgewand zu tragen, das aus drei Stücken zusammen geflickt war. Und das Fuhrwerk, dessen er sich bediente, war solches: er pflegte in einem schadhaften Wagen zu fahren, über den ein Blätterschirm gehalten wurde.“

„So ist das, o Großkönig! so ist das, o Großkönig! In früherer Zeit einmal, o Großkönig, versah der Gildemeister und Hausherr einen Einzelbuddha namens Tagarasikkhin mit Almosenspeise. Er sprach: Gebt dem Samana Almosenspeise; dann erhob er sich von seinem Sitze und ging weg. Später aber bereute er es, daß er (das Almosen) gegeben: besser wäre es, die Sklaven und Arbeitsleute äßen die Almosenspeise. Er brachte aber auch seines Bruders einzigen Sohn wegen seines Besitztums ums Leben.

Weil nun, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr den Einzelbuddha Tagarasikkhin mit Almosenspeise versehen hat, wurde er infolge dieser Handlung siebenmal zu glücklicher Existenz in der Himmelswelt wiedergeboren, und vermöge des Restes, der von den Folgen dieser Handlung blieb, übte er hier in Sāvatthī siebenmal die Würde eines Gildemeisters aus.

Weil nun aber, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr es später bereute, daß er (Almosen) gegeben: besser wäre es, die Sklaven und Arbeitsleute äßen die Almosenspeise, neigt infolge dieser Handlung sein Herz nicht zu besonderem Genuß im Essen; sein Herz neigt nicht zu besonderem Genuß in der Kleidung; sein Herz neigt nicht zu besonderem Genuß in Bezug auf das Fuhrwerk; sein Herz neigt nicht zu besonderem Genuß der fünf Arten sinnlicher Freuden.

Weil nun aber, o Großkönig der Gildemeister und Hausherr, seines Bruders einzigen Sohn wegen seines Besitztums ums Leben gebracht hat, musste er infolge dieser Handlung viele Jahre, viele Jahrhunderte, viele Jahrtausende, viele Jahrhunderttausende in der Hölle braten. Vermöge des Restes, der von den Folgen dieser Handlung blieb, führt man hier zum siebenten mal sein Besitztum, für das kein Erbe da ist, in die Schatzkammer des Königs über. Das alte Verdienst, o Großkönig, des Gildemeisters und Hausherrn ist aufgebraucht und neues Verdienst ist nicht angesammelt. Jetzt aber, o Großkönig, muss der Gildemeister und Hausherr in der Mahāroruva-Hölle braten.“

„So ist also, Herr, der Gildemeister und Hausherr in der Mahāroruva-Hölle wiedergeboren?“

„Ja, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr ist in der Mahāroruva-Hölle wiedergeboren.“

„Geldeswert und Geld, Silber und Gold,
Oder was es sonst noch an Besitztum gibt;
Sklaven, Arbeitsleute, Handwerker, die von ihnen leben:
Nichts von alle dem mitnehmend, alles von sich werfend,
müssen die Scheidenden dahin gehen.

Was man körperlich tut und mit Worten oder Gedanken,
Das ist sein Eigentum, und das nimmt er mit beim Scheiden,
Und das folgt ihm nach wie ein Schatten, der ihn nie verlässt.

Darum soll man Gutes tun als Vorrat für ein künftiges, Dasein,
Verdienstliche Werke werden in der anderen Welt
zu einem festen Halt für die Lebewesen.“