Saṃyutta Nikaya 3

Von den Kosala

21. Vier Arten Persönlichkeit

Sāvatthī.

Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder. Zu dem zur Seite sitzenden König Pasenadi, dem Kosala, sprach da der Erhabene also:

„Vier Arten Persönlichkeit, o Großkönig, finden sich als vorhanden hier in der Welt.

Welche vier?

Eine finstere, die das Finstere zum Ziel hat; eine finstere, die das Licht zum Ziel hat; eine lichte, die das Finstere zum Ziel hat; eine lichte, die das Licht zum Ziel hat.

Und wie, o Großkönig, ist die finstere Persönlichkeit, die das Finstere zum Ziel hat?

Da ist, o Großkönig, eine Persönlichkeit in einer niedrigen Familie wiedergeboren, in einer Candālafamilie, in einer Korbflechterfamilie, in einer Jägerfamilie, in einer Sattlerfamilie, in einer Grubenräumerfamilie; in einer armen (Familie), wo es wenig zu essen und zu speisen gibt, wo die Lebenshaltung mühselig ist, wo Nahrung und Kleidung mühselig beschafft wird. Und die Person ist häßlich, unansehnlich, verwachsen, voller Gebrechen, einäugig, krumm, hinkend, lahm. Sie bekommt weder Speise noch Trank, noch Kleidung, noch Fuhrwerk, keine Blumen, Wohlgerüche und Salben, keinen Schlafraum und keine Beleuchtung. Sie führt mit körperlichem Tun einen üblen Wandel, führt mit Worten einen üblen Wandel, führt mit Gedanken einen üblen Wandel. Nachdem sie aber mit körperlichem Tun einen üblen Wandel geführt hat, mit Worten einen üblen Wandel geführt hat, mit Gedanken einen üblen Wandel geführt hat, wird sie nach dem infolge der Auflösung des Körpers eintretenden Tod zu niedriger Existenz, zu leidvollem Dasein, zur Verdammnis wiedergeboren. Geradeso, o Großkönig, wie wenn ein Mann aus dem Dunkel ins Dunkel ginge, oder aus der Finsternis in die Finsternis ginge, oder aus einer Blutlache in eine Blutlache ginge: von solcher Art, o Großkönig, behaupte ich, ist diese Persönlichkeit. So, o Großkönig, ist die finstere Persönlichkeit, die das Finstere zum Ziel hat.

Und wie, o Großkönig, ist die finstere Persönlichkeit, die das Licht zum Ziel hat?

Da ist, o Großkönig, eine Persönlichkeit in einer niedrigen Familie wiedergeboren, in einer Candālafamilie, in einer Korbflechterfamilie, in einer Jägerfamilie, in einer Sattlerfamilie, in einer Grubenräumerfamilie, in einer armen (Familie), wo es wenig zu essen und zu speisen gibt, wo die Lebenshaltung mühselig ist, wo Nahrung und Kleidung mühselig beschafft wird. Und die Person ist häßlich, unansehnlich, verwachsen, voller Gebrechen, einäugig, krumm, hinkend, lahm. Sie bekommt weder Speise noch Trank, noch Kleidung, noch Fuhrwerk, keine Blumen, Wohlgerüche und Salben, keinen Schlafraum und keine Beleuchtung. Aber sie führt mit körperlichem Tun einen guten Wandel, führt mit Worten einen guten Wandel, führt mit Gedanken einen guten Wandel. Nachdem sie aber mit körperlichem Tun einen guten Wandel geführt hat, mit Worten einen guten Wandel geführt hat, mit Gedanken einen guten Wandel geführt hat, wird sie nach dem infolge der Auflösung des Körpers eintretenden Tod zu glücklichem Dasein, in der Himmelswelt wiedergeboren. Gerade so, o Großkönig, wie wenn ein Mann vom Erdboden zu einem Ruhebett emporstiege, oder vom Ruhebett auf den Rücken eines Pferdes emporstiege, oder vom Rücken eines Pferdes auf die Schultern eines Elefanten emporstiege, oder von den Schultern eines Elefanten zu einem Palast emporstiege: von solcher Art, o Großkönig, behaupte ich, ist diese Persönlichkeit. So, o Großkönig, ist die finstere Persönlichkeit, die das Licht zum Ziel hat.

Und wie, o Großkönig, ist die lichte Persönlichkeit, die das Finstere zum Ziel hat?

Da ist, o Großkönig, eine Persönlichkeit in einer hohen Familie wiedergeboren, in einer angesehenen Adelsfamilie, in einer angesehenen Brāhmanenfamilie, in einer angesehenen Hausherrnfamilie, in einer wohlhabenden, reichen, begüterten (Familie), wo es beträchtlich viel Gold und Silber gibt, ein beträchtliches Vermögen, beträchtlich viel Geld und Geldeswert. Und die Person ist wohlgestaltet, ansehnlich, gefällig, mit höchster Anmut und Schönheit ausgestattet. Sie bekommt Speise und Trank, Kleidung und Fuhrwerk, Blumen, Wohlgerüche und Salben, Schlafraum und Beleuchtung. Aber sie führt mit körperlichem Tun einen üblen Wandel, führt mit Worten einen üblen Wandel, führt mit Gedanken einen üblen Wandel. Nachdem sie aber mit körperlichem Tun einen üblen Wandel geführt hat, mit Worten einen üblen Wandel geführt hat, mit Gedanken einen üblen Wandel geführt hat, wird sie nach dem infolge der Auflösung des Körpers eintretenden Tod zu niedriger Existenz, zu leidvollem Dasein, zur Verdammnis, in der Hölle wiedergeboren. Gerade so, o Großkönig, wie wenn ein Mann von einem Palast auf die Schulter eines Elefanten hinabstiege, oder von der Schulter eines Elefanten auf den Rücken eines Pferdes hinabstiege, oder von dem Rücken eines Pferdes auf ein Ruhebett hinabstiege, oder von dem Ruhebett auf den Erdboden hinabstiege, oder vom Erdboden ins Dunkel hinabstiege: von solcher Art, o Großkönig, behaupte ich, ist diese Persönlichkeit. So, o Großkönig, ist die lichte Persönlichkeit, die das Finstere zum Ziel hat.

Und wie, o Großkönig, ist die lichte Persönlichkeit, die das Licht zum Ziel hat?

Da ist, o Großkönig, eine Persönlichkeit in einer hohen Familie wiedergeboren, in einer angesehenen Adelsfamilie, in einer angesehenen Brāhmanenfamilie, in einer angesehenen Hausherrnfamilie, in einer wohlhabenden, reichen, begüterten (Familie), wo es beträchtlich viel Gold und Silber gibt, ein beträchtliches Vermögen, beträchtlich viel Geld und Geldeswert. Und die Person ist wohlgestaltet, ansehnlich, gefällig, mit höchster Anmut und Schönheit ausgestattet. Sie bekommt Speise und Trank, Kleidung und Fuhrwerk, Blumen, Wohlgerüche und Salben, Schlafraum und Beleuchtung. Sie führt mit körperlichem Tun einen guten Wandel, führt mit Worten einen guten Wandel, führt mit Gedanken einen guten Wandel. Nachdem sie mit körperlichem Tun einen guten Wandel geführt hat, mit Worten einen guten Wandel geführt hat, mit Gedanken einen guten Wandel geführt hat, wird sie nach dem infolge der Auflösung des Körpers eintretenden Tod zu glücklichem Dasein, in der Himmelswelt wiedergeboren. Gerade so, o Großkönig, wie wenn ein Mann von einem Ruhebett auf ein Ruhebett hinüberstiege, von dem Rücken eines Pferdes auf den Rücken eines Pferdes hinüberstiege, von der Schulter eines Elefanten auf die Schulter eines Elefanten hinüberstiege, von einem Palast auf einen Palast hinüberstiege: von solcher Art, o Großkönig, behaupte ich, ist diese Persönlichkeit. So, o Großkönig, ist die lichte Persönlichkeit, die das Licht zum Ziel hat.

Diese vier Arten Persönlichkeit, o Großkönig, finden sich als vorhanden in der Welt.

Ein armer Mann, o König, ist ungläubig und geizig,
Knickerig, voll böser Gedanken, von falscher Anschauung, ohne Ehrfurcht;
Die Samanas oder Brāhmanas oder andere Bettelmönche
Schmäht und beschimpft er, ist ein Nihilist, jähzornig;
Den, der den Bittenden Speise geben will, hält er davon ab.
Ein solcher Mann, o König, geht, wenn er stirbt, o Männergebieter,
In die furchtbare Hölle ein, der finstere, der das Finstere zum Ziel hat.

Ein armer Mann, o König, ist gläubig und nicht geizig,
Er gibt Almosen, ist voll der besten Gedanken,
ein Mann mit besonnenem Geiste;
Die Samanas oder Brāhmanag oder andere Bettelmönche
Begrüßt er durch Aufstehen; er schult sich in rechtschaffenem Wandel;
Den, der den bittenden Speise geben will, hält er nicht ab davon:
Ein solcher Mann, o König, geht, wenn er stirbt, o Männergebieter,
In die himmlische Stätte ein, der finstere, der das Licht zum Ziel hat.

Ein wohlhabender Mann aber, o König, ist ungläubig und geizig,
Knickerig, voll böser Gedanken, von falscher Anschauung, ohne Ehrfurcht;
Die Samanas oder Brāhmanas oder andere Bettelmönche
Schmäht und beschimpft er, ist ein Nihilist, jähzornig,
Den, der den Bittenden Speise geben will, hält er davon ab:
Ein solcher Mann, o König, geht, wenn er stirbt, o Männergebieter,
In die furchtbare Hölle ein, der lichte, der das Finstere zum Ziel hat.

Ein wohlhabender Mann, o König, ist gläubig und nicht geizig,
Er gibt Almosen, ist voll der besten Gedanken,
ein Mann mit besonnenem Geiste;
Die Samanas oder Brāhmanas oder andere Bettelmönche
Begrüßt er durch Aufstehen; er schult sich in rechtschaffenem Wandel;
Den, der den Bittenden Speise geben will, hält er nicht ab davon:
Ein solcher Mann, o König, geht, wenn er stirbt, o Männergebieter,
In die himmlische Stätte ein, der lichte, der das Licht zum Ziel hat.“