Saṃyutta Nikaya 3

Von den Kosala

22. Großmutter

Sāvatthī ist Schauplatz.

Zu dem zur Seite sitzenden König Pasenadi, dem Kosala, sprach da der Erhabene also: „Ei, warum denn kommst du, o Großkönig, mitten am Tag?“

„Meine Großmutter, Herr, ist gestorben, greis, alt, betagt, nach vollbrachter Zeit, am Ende des Lebens angelangt, hundert-zwanzig-jährig an Alter.

Meine Großmutter aber, Herr, war mir lieb und wert.

Wenn ich, Herr, mit meinem edelsten Elefanten es erkaufen könnte, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre, würde ich meinen edelsten Elefanten hergeben, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre. Wenn ich, Herr, mit meinem edelsten Pferd es erkaufen könnte, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre, würde ich mein edelstes Pferd hergeben, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre. Wenn ich, Herr, mit dem besten Dorf es erkaufen könnte, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre, würde ich das beste Dorf hergeben, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre. Wenn ich, Herr, mit einer Provinz es erkaufen könnte, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre, würde ich eine Provinz hergeben, daß mir die Großmutter nicht gestorben wäre.“

„Alle Wesen, o Großkönig, sind dem Gesetz des Sterbens unterworfen, das Sterben ist ihr Ende, über das Sterben kommen sie nicht hinweg.“

„Wunderbar, Herr! Unvergleichlich, Herr! Wie schön das der erhabene Herr gesagt hat: alle Wesen sind dem Gesetz des Sterbens unterworfen, das Sterben ist ihr Ende, über das Sterben kommen sie nicht hinweg.“

„So ist das, o Großkönig! So ist das, o Großkönig! Alle Wesen sind dem Gesetz des Sterbens unterworfen, das Sterben ist ihr Ende, über das Sterben kommen sie nicht hinweg. Gerade so, o Großkönig, wie alle die Töpfergefäße, die es gibt, rohe wie gebrannte, dem Gesetz des Zerbrechens unterworfen sind, das Zerbrechen ihr Ende ist, sie über das Zerbrechen nicht hinwegkommen, ganz ebenso, o Großkönig, sind alle Wesen dem Gesetz des Sterbens unterworfen, das Sterben ist ihr Ende, über das Sterben kommen sie nicht hinweg.“

„Alle Wesen werden sterben, mit dem Sterben endet ja das Leben;
Ihrem Tun gemäß werden sie dahin gehen,
die Früchte von Verdienst und Sünde erntend,
Zur Hölle infolge sündhaften Tuns
und infolge verdienstvollen Tuns zu glücklicher Existenz.
Darum soll man Gutes tun als Vorrat für ein künftiges Dasein,
Verdienstliche Werke werden in der anderen Welt
zu einem festen Halt für die Lebewesen.“