Saṃyutta Nikaya 35

Salāyatana

70. Upavāno

Einstmals begab sich der Ehrwürdige Upavāno zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach der Ehrwürdige Upavāno zum Erhabenen also:

„Sichtbare Lehre, sichtbare Lehre, sagt man, o Herr. Inwiefern aber, a Herr, ist die Lehre sichtbar, zeitlos, einladend, hinführend, dem Verständigen von selbst verständlich?“

„Hat da, Upavāno, der Mönch mit dem Auge eine Form gesehen, so empfindet er die Form und Reiz zu Formen. Und von diesem inneren Reiz zu Formen versteht er: In mir ist der Reiz zu den Formen.‘ Ist es so, dann eben, Upavāno, ist die Lehre sichtbar, zeitlos, einladend, hinführend, dem Verständigen von selbst verständlich.

Weiter sodann, hat da, Upavāno, der Mönch mit dem Ohr einen Ton gehört, mit der Nase einen Duft gerochen, mit der Zunge einen Saft geschmeckt, mit dem Körper einen Gegenstand getastet, mit dem Geist ein Ding erkannt, so empfindet er diese und den Reiz zu ihnen. Und von diesem Inneren Reiz dazu versteht er: ‚In mir ist Reiz dazu.‘ Ist es so, dann eben, Upavāno, ist die Lehre sichtbar, zeitlos, einladend, hinführend, dem Verständigen von selbst verständlich.

Hat da, Upavāno, der Mönch mit dem Auge eine Form gesehen, mit dem Ohr einen Ton gehört, mit der Nase einen Duft gerochen, mit der Zunge einen Saft geschmeckt, mit dem Körper einen Gegenstand getastet, mit dem Geist ein Ding erkannt, so empfindet er dieses bloß und empfindet keinen Reiz dazu. Wenn er innerlich keinen Reiz dazu hat, dann weiß er: ‚In mir ist kein Reiz dazu.‘ Ist es so, dann ist die Lehre sichtbar, zeitlos, einladend, hinführend, dem Verständigen von selbst verständlich.“