Saṃyutta Nikaya 4

Vom Māra

21. Sehr viele

Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene im Gebiete der Sakkas, in Silāvatī.

Zu jener Zeit aber weilten sehr viele Bhikkhus unweit von dem Erhabenen, unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele.

Da nun nahm Māra, der Böse, die Gestalt eines Brāhmanen an und mit einem großen Haarschopf, in einen Rock aus Antilopenhaut gekleidet, alt und krumm wie ein Sparren, mühselig schnaufend, einen Stock aus Udumbaraholz tragend, begab er sich dorthin wo sich die Bhikkhus befanden. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, sprach er zu den Bhikkhus also: „Als Knaben habt ihr von der Welt euch abgekehrt, jung, schwarzhaarig, mit glücklicher Jugend begabt, in frühem Alter, ohne euch ergötzt zu haben an den sinnlichen Genüssen. Genießen sollt ihr die menschlichen Freuden, damit ihr nicht das Gegenwärtige aufgebt und künftiger Zeit nachlauft.“

„Nicht geben wir doch, o Brahmane, Gegenwärtiges auf und laufen künftiger Zeit nach; künftige Zeit vielmehr, o Brahmane, geben wir auf und laufen Gegenwärtigem nach. Zeitlich sind, o Brahmane, die sinnlichen Genüsse nach dem Wort der Erhabenen, leidvoll, voll Verzweiflung, das Schädliche an ihnen ist überwiegend. Im gegenwärtigen Dasein schon wirkend ist diese unsere Lehre, an keine Zeit gebunden, zu ihrer Betrachtung einladend, zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu verstehen von den Einsichtigen.“

Auf dieses Wort hin schüttelte Mara, der Böse, den Kopf, schwenkte die Zunge hin und her, runzelte das dreigezackte Sektenmal auf der Stirne, und ging, auf seinen Stock gestützt, weiter.

Da nun begaben sich jene Bhikkhus dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprachen dann die Bhikkhus zu dem Erhabenen also:

„Da weilten wir jetzt, Herr, unweit von dem Erhabenen, unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele. Da nun begab sich, Herr, ein Brāhmane mit einem großen Haarschopf, in einen Stock aus Antilopenhaut gekleidet, alt und krumm wie ein Sparren, mühselig schnaufend, einen Stock aus Udumbaraholz tragend, dorthin, wo wir uns befanden. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, sprach er zu uns also: ‚Als Knaben habt ihr von der Welt euch abgekehrt, jung, schwarzhaarig, mit glücklicher Jugend begabt, in frühem Alter, ohne euch ergötzt zu haben an den sinnlichen Genüssen. Genießen sollt ihr die menschlichen Freuden, damit ihr nicht das Gegenwärtige aufgebt und künftigen Zeiten nachlauft.‘

Auf dieses Wort hin, Herr, sprachen wir zu dem Brāhmanen also: ‚Nicht geben wir doch, o Brāhmane, Gegenwärtiges auf und laufen künftiger Zeit nach; künftige Zeit vielmehr, o Brāhmane, geben wir auf und laufen Gegenwärtigem nach. Zeitlich sind, o Brāhmane, die sinnlichen Genüsse nach dem Wort des Erhabenen, leidvoll, voll Verzweiflung, das Schädliche an ihnen ist überwiegend. Im gegenwärtigen Dasein schon wirkend ist diese unsere Lehre, an keine Zeit gebunden, zu ihrer Betrachtung einladend, zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu verstehen von den Einsichtigen.‘

Auf dieses Wort hin, Herr, schüttelte der Brāhmane den Kopf, schwenkte die Zunge hin und her, runzelte das dreigezackte Sektenmal auf der Stirne, und ging, auf seinen Stock gestützt, weiter.“

„Das war kein Brahmane, ihr Bhikkhus, das war Māra, der Böse, der kam, um euch irre zu führen.“

Da nun der Erhabene die Sache kannte, sprach er bei dieser Gelegenheit die folgende Strophe:

„Wer das Leiden gesehen hat, worauf es beruht,
Wie könnte ein solcher Mensch den sinnlichen Genüssen zuneigen?
Wenn er erkannt hat, daß das Hängen an den Lebensgütern eine Fessel ist,
Wird der Mensch um ihre Beseitigung sich bemühen.“