Saṃyutta Nikaya 41

Hausvater Citto

1. Fessel

Zu einer Zeit weilten viele ältere Mönche in Macchikāsanda im Mangohain. Zu der Zeit, als die vielen älteren Mönche nach dem Mahle vom Almosengang zurückgekehrt waren, kamen sie in einem Pavillon zusammen. Nachdem sie dort zusammengekommen waren, ergab sich unter ihnen folgendes Gespräch:

„Fesseln und fesselnde Dinge, ihr Brüder, sind diese Dinge verschieden und deshalb verschieden bezeichnet, oder sind sie dasselbe und nur die Bezeichnung ist verschieden?“

Da erwiderten einige der älteren Mönche: „Fesseln und fesselnde Dinge, Brüder, sind verschiedene Dinge und deshalb verschieden bezeichnet.“ Einige der älteren Mönche aber erwiderten: „Fesseln und fesselnde Dinge, Brüder, sind dasselbe und nur die Bezeichnung ist verschieden.“

Zu jener Zeit nun war Citto, der Hausvater, in Migapathaka angekommen, um irgendeine Angelegenheit zu erledigen. Er hörte nun von dem Gespräch, das zwischen den älteren Mönchen im Pavillon aufgekommen war, und er begab sich dorthin, wo die älteren Mönche weilten, begrüßte sie ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, sprach nun Citto, der Hausvater, also zu den älteren Mönchen, er habe von jenem Gespräch gehört. Und sie erwiderten: „So ist es Hausvater

„Fesseln und fesselnde Dinge, Ehrwürdige, sind verschieden und deshalb verschieden bezeichnet. Ein Gleichnis, Ehrwürdige, möchte ich euch geben. Durch ein Gleichnis werden manche verständigen Menschen den Sinn einer Rede verstehen: Gleichwie, Ehrwürdige, wenn da ein schwarzer und ein weißer Ochse mit einer Leine oder einem Joch zusammengebunden wären. Wer da nun sagen würde: ‚Der schwarze Ochse ist die Fessel für den weißen Ochsen, oder der weiße Ochse ist die Fessel für den schwarzen Ochsen.‘ würde ein solcher wohl recht reden?“

„Gewiß nicht, Hausvater. Nicht ist, Hausvater, der schwarze Ochse die Fessel für den weißen, und auch nicht ist der weiße Ochse die Fessel für den schwarzen, sondern durch Leine oder Joch sind sie verbunden, das ist da die Fessel.“

„Ebenso nun auch, Ehrwürdige, ist das Auge nicht die Fessel für die Formen, das Ohr nicht die Fessel für die Töne, die Nase nicht die Fessel für die Düfte, die Zunge nicht die Fessel für die Säfte, der Körper nicht die Fessel für die Gegenstände, der Geist nicht die Fessel für die Dinge, sondern was, durch beides bedingt, an Willensreiz aufsteigt, das ist da die Fessel.“

„Getroffen hast du es, Hausvater, gut getroffen hast du es, Hausvater, daß du mit dem Auge der Weisheit, mit der tiefen Lehre des Erwachten konform gehst.“