Saṃyutta Nikaya 44

Abyākata

7. Moggallāno

Der Pilger Vacchagotto begab sich dorthin, wo der Ehrwürdige Mahā-Moggallāno weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche denkwürdige Worte mit ihm und setzte sich zu Seite nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich der Pilger Vacchagotto also an den Ehrwürdigen Mahā-Moggallāno:

„Wie ist es, Herr Moggallāno, ist die Welt ewig?“

„Darüber hat sich der Erhabene nicht geäußert, ob die Welt ewig ist.“

„Ist dann, Herr Moggallāno, die Welt nicht-ewig?“

„Auch darüber hat sich, Vaccha, der Erhabene nicht geäußert, ob die Welt nicht-ewig ist.“ „Wie ist es, Herr Moggallāno, ist die Welt endlich?“

„Darüber hat sich der Erhabene nicht geäußert, ob die Welt endlich ist.“

„Ist dann, Herr Moggallāno, die Welt unendlich?“

„Auch darüber hat sich der Erhabene nicht geäußert, ob die Welt unendlich ist.“

„Wie ist es, Herr Moggallāno, sind Leben und Leib dasselbe?“

„Darüber hat sich, Vaccha, der Erhabene nicht geäußert, ob Leben und Leib dasselbe sind.“

„Sind dann Leben und Leib verschieden?“

„Auch darüber hat sich, Vaccha, der Erhabene nicht geäußert, ob Leben und Leib verschieden sind.“

„Wie ist es, Herr Moggallāno, ist der Vollendete nach dem Tode oder ist er nicht nach dem Tode, ist er sowohl als auch nicht nach dem Tode oder ist er weder noch nicht nach dem Tode?“

„Darüber hat sich, Vaccha, der Erhabene nicht geäußert.“

„Was ist denn, Herr Moggallāno, der Anlaß, was ist der Grund, daß da andersfährtige Pilger auf solche Fragen wie folgt antworten: ‚Ewig ist die Welt‘ oder ‚Nicht-ewig ist die Welt.‘ ‚Endlich ist die Welt‘ oder ‚Nicht endlich ist die Welt.‘ ‚Leben und Leib sind dasselbe‘ oder ‚Leben und Leib sind verschieden.‘ ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode‘ oder ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode.‘ ‚Der Vollendete besteht sowohl als auch nicht nach dem Tode‘ oder ‚Der Vollendete besteht weder noch nicht nach dem Tode‘.

„Was ist nun, Herr Moggallāno, der Anlaß, was ist der Grund, daß der Asket Gotamo auf solche Fragen nicht derart antwortet?“

„Die andersfährtigen Pilger, Vaccha, betrachten Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist so: ‚Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst.‘ Darum antworten die andersfährtigen Pilger derart auf solche Fragen.

Der Vollendete aber, Vaccha, der Heilige, Vollkommen Erwachte, betrachtet Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist so: ‚Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.‘ Darum antwortet der Erhabene auf solche Fragen nicht derart.“ Da nun erhob sich der Pilger Vacchagotto von seinem Sitz und begab sich zum Erhabenen, wechselte freundliche denkwürdige Worte mit ihm und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, stellte er nun dem Erhabenen dieselben Fragen, und der Erhabene antwortete stets: „Darüber, Vaccha, habe ich mich nicht geäußert.“

Was ist nun, Herr Gotamo, der Anlaß, was ist der Grund, daß andersfährtige Pilger auf solche Fragen derart antworten, der Erhabene aber nicht?“

„Die andersfährtigen Pilger, Vaccha, betrachten Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist so: ‚Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst.‘ der Vollendete aber, Vaccha, der Heilige, Vollkommen Erwachte, betrachtet es nicht so. Darum antworten die andersfährtigen Pilger so, der Vollendete aber nicht.“

„Erstaunlich, Herr Gotamo, außerordentlich, Herr Gotama, ist es, wie da Meister und Jünger sinn- und wortgetreu übereinstimmen, sich entsprechen, sich nicht widersprechen hinsichtlich der höchsten Stätte!

Ich bin da, Herr Gotamo, zum Asketen Mahā-Moggallāno gegangen und fragte ihn nach dem Heil. Der Asket Mahā-Moggallāno antwortete mit denselben Sätzen und Worten wie Herr Gotamo.“