Saṃyutta Nikaya 46

Erwachungsglieder

3. Tugend

In Sāvatthi.

„Die Mönche, ihr Mönche, die in Tugend bewährt sind, die in Einigung bewährt sind, die in Weisheit bewährt sind, die in Erlösung bewährt sind, die in Wissensklarheit der Erlösung bewährt sind, solche Mönche, sag ich, ihr Mönche, sollte man zu sehen wert halten. Solche Mönche, ihr Mönche, zu besuchen, sollte man wert halten. Solchen Mönchen, ihr Mönche, aufzuwarten, sollte man wert halten. Solcher Mönche, ihr Mönche, sich zu erinnern, sollte man wert halten. Solchen Mönchen nachfolgend in die Hauslosigkeit zu ziehen, sollte man wert halten, ihr Mönche, so sag ich.

Und warum? Hört man, ihr Mönche, die Lehre solcher Mönche, so weilt man in zweifacher Abgeschiedenheit abgeschieden: in Abgeschiedenheit des Körpers und in Abgeschiedenheit des Herzens. Derart abgeschieden verweilend, erinnert man sich der Lehre und erwägt sie.

I.

Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der der Mönch abgeschieden verweilend die Lehre erinnert und sie erwägt, zu einer solchen Zeit ist in dem Mönch das Erwachungsglied der Achtsamkeit begonnen. Zu einer solcher, Zeit entfaltet der Mönch das Erwachungsglied der Achtsamkeit. Zu einer solchen Zeit wird von dem Mönch das Erwachungsglied der Achtsamkeit zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

Indem er so achtsam weilt, ergründet er weise die Lehre, sinnt über sie nach, tritt in gründliche Prüfung ein. Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der der Mönch so achtsam weilend die Lehre weise ergründet, über sie nachsinnt, in gründliche Prüfung eintritt, zu einer solchen Zeit ist das Erwachungsglied der Lehrergründung von dem Mönch begonnen. Das Erwachungsglied der Lehrergründung entfaltet der Mönch zu einer solchen Zeit. Zu einer solchen Zeit wird von dem Mönch das Erwachungsglied der Lehrergründung zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

Indem er so weise die Lehre ergründet, über sie nachsinnt, in gründliche Prüfung eintritt, zu einer solchen Zeit ist Tatkraft begonnen, unbeugsame. Zu einer Zeit, in der der Mönch, so weise die Lehre ergründend, über sie nachsinnend, in gründliche Prüfung eintretend Tatkraft beginnt, unbeugsame, zu einer solchen Zeit ist von dem Mönch das Erwachungsglied der Tatkraft begonnen. Das Erwachungsglied der Tatkraft entfaltet der Mönch zu einer solchen Zeit. Das Erwachungsglied der Tatkraft wird von dem Mönch zu einer solchen Zeit zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

Wer zur Tatkraft aufgebrochen ist, dem erscheint überweltliches Entzücken. Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der dem Mönch, der zur Tatkraft aufgebrochen ist, überweltliches Entzücken erscheint, zu einer solchen Zeit hat er das Erwachungsglied des Entzückens begonnen. Das Erwachungsglied des Entzückens entfaltet der Mönch zu einer solchen Zeit. Das Erwachungsglied des Entzückens wird von ihm zu dieser Zeit zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

Entzückt im Geiste wird der Körper gestillt, wird das Herz gestillt. Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der von dem Mönche entzückt im Geiste der Körper gestillt, das Herz gestillt wird, zu einer solchen Zeit ist von dem Mönch das Erwachungsglied der Gestilltheit begonnen. Das Erwachungsglied der Gestilltheit entfaltet der Mönch zu einer solchen Zeit. Das Erwachungsglied der Gestilltheit wird von dem Mönch zu einer solchen Zeit zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

Gestillt im Körper ist ihm wohl, im Wohl einigt sich das Herz. Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der der Mönch körpergestillt im Wohl das Herz einigt, zu einer solchen Zeit ist, ihr Mönche, von dem Mönch das Erwachungsglied der Einigung begonnen. Das Erwachungsglied der Einigung entfaltet der Mönch zu einer solchen Zelt. Das Erwachungsglied der Einigung wird von dem Mönch zu einer solchen Zeit zur Vollendung der Entfaltung gebracht. Der blickt mit wahrem Gleichmut auf das derart geeinigte Herz. Zu einer Zeit, ihr Mönche, in der der Mönch mit wahrem Gleichmut auf das derart geeinigte Herz blickt, zu einer solchen Zeit ist, ihr Mönche, von dem Mönch das Erwachungsglied des Gleichmuts begonnen. Das Erwachungsglied des Gleichmuts entfaltet der Mönch zu einer solchen Zeit. Das Erwachungsglied des Gleichmuts wird zu einer solchen Zeit vom Mönch zur Vollendung der Entfaltung gebracht.

II.

Wer derart, ihr Mönche, die 7 Erwachungsglieder entfaltet, sie derart ausgebildet hat, der hat 7 Früchte, 7 Vorteile zu erwarten. Welche sieben? Noch zu Lebzeiten erreicht er höchstes Wissen.

Wenn er aber nicht zu Lebzeiten höchstes Wissen erreicht, dann erreicht er es zur Todeszeit.

Wenn er weder zu Lebzeiten noch zur Todeszeit höchstes Wissen erreicht, dann gelangt er nach völliger Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln unterwegs zur Erlöschung.

Wenn er weder zu Lebzeiten noch zur Todeszeit höchstes Wissen erreicht und auch nicht nach völliger Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln unterwegs dort zur Erlöschung kommt, dann gelangt er nach völliger Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln am Ende der dortigen Existenz zur Erlöschung.

Wenn all dies nicht, dann gelangt er nach Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln ohne Anstrengung zur Erlöschung.

Wenn auch dies nicht, dann gelangt er nach Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln mit Anstrengung zur Erlöschung.

Wenn aber auch das nicht, dann gelangt er nach Versiegung der 5 niederziehenden Fesseln stromaufwärts zu den Altvorderen.

Wer derart, ihr Mönche, die 7 Erwachungsglieder entfaltet, sie derart ausgebildet hat, der hat diese 7 Früchte, 7 Vorteile zu erwarten.“