Saṃyutta Nikaya 52

Anuruddha

8. Salbaumhütte

Zu einer Zeit weilte der Ehrwürdige Anuruddho bei Sāvatthi in der Salbaumhütte. Dort nun wandte sich der Ehrwürdige Anuruddho an die Mönche:

‚Gleichwie, Bruder, dieser Gangesstrom nach Osten geneigt, gebeugt, gesenkt ist, und es käme eine große Menschenschar herbei, mit Hacken und Körben versehen: ‚Diesen Gangesstrom werden wir nach Westen geneigt, gebeugt, gesenkt sein lassen.‘ Was meint ihr wohl, ihr Brüder, könnte wirklich jene große Menschenschar den Ganges nach Westen geneigt, gebeugt, gesenkt machen?“

„Gewiß nicht, o Bruder.“

„Und aus welchem Grund?“

Der Gangesstrom, Brüder, ist ja noch Osten geneigt, gebeugt, gesenkt. Nicht kann man ihn nach Westen sich neigen, sich beugen, sich senken lassen, so viel Mühe und Plage sich diese große Menschenschar auch geben möchte.“

„Ebenso nun auch, ihr Brüder, möchten da auch Könige, Fürsten, Freunde, Genossen, Blutsverwandte einen Mönch, der die vier Pfeiler der Achtsamkeit entfaltet und ausgebildet hat, mit Schätzen bestürmen und ihn auffordern: ‚Komm, lieber Mann, was sollen dir diese fahlen Gewänder, was gehst du mit geschorenem Kopfe umher? Kehre zum gewöhnlichen Leben zurück, genieße Besitz und wirke Verdienst!‘ Wahrlich, ihr Brüder, daß ein Mönch, der die vier Pfeiler der Achtsamkeit entfaltet und ausgebildet hat, die Übung aufgeben und zum gewöhnlichen Leben zurückkehren könnte, ein solcher Fall findet sich nicht. Und warum? Daß da, ihr Brüder, ein Herz, das lange Zeit zur Einsamkeit geneigt, zur Einsamkeit gebeugt, zur Einsamkeit gesenkt war, zum gewöhnlichen Leben zurückkehren könnte, der Fall findet sich nicht.

Wie aber, o Brüder, entfaltet der Mönch die vier Pfeiler der Achtsamkeit und bildet sie aus?

Da wacht der Mönch, Brüder, beim Körper über den Körper, bei den Gefühlen über die Gefühle, beim Herzen über das Herz (Bewusstsein), bei den Erscheinungen über die Erscheinungen ( sankhāra ), unermüdlich, klar bewußt, achtsam, noch Verwindung weltlichen Begehrens und Trübsinns.

So, o Brüder, entfaltet der Mönch die vier Pfeiler der Achtsamkeit und bildet sie aus.“