Saṃyutta Nikaya 54

Ein- und Ausatmungen

12. Zu Bezweifelndes

Zu einer Zeit weilte der Ehrwürdige Lomasavangīso im Lande der Sakyer im Feigenbaumkloster von Kapilavatthu. Da begab sich Mahānāmo, der Sakkerfürst, zum Ehrwürdigen Lomasavangīso, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich Mahānāmo, der Sakkerfürst, an den Ehrwürdigen Lomasvangīso:

„Ist wohl, o Herr, das Verweilen eines Übenden dasselbe wie das Verweilen eines Vollendeten, oder ist anders das Verweilen eines Übenden und anders das Verweilen eines Vollendeten?“

„Nicht ist, Bruder Mahānāmo, das Verweilen eines Übenden dasselbe wie das Verweilen eines Vollendeten, anders, Bruder Mahānāmo, weilt der Übende, anders der Vollendete. Jene Mönche, Bruder Mahānāmo, die noch Übende sind, die in geistiger Unermüdlichkeit den unübertrefflichen Yoga-Frieden zu erringen trachtend verweilen, sie weilen als solche, die die fünf Hemmungen überwunden haben, die Hemmungen des Wunscheswillens, des Hassens, der matten Müde, der Erregung und Ungeduld, des Zweifels.

Die da aber, Bruder Mahānāmo, als Mönche Heilige sind, Triebversiegte, Endiger, die das Werk gewirkt, die Last abgelegt, das Heil sich errungen, die Daseinsfesseln versiegt haben, die durch vollkommenes höchstes Erkennen erlöst sind, für diese sind die fünf Hemmungen überwunden, mit der Wurzel gefällt, einem Palmstumpf gleichgemacht, auf daß sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können. So hat man es eben, Bruder Mahānāmo, je nach dem Standpunkt zu betrachten, wie der Übende anders weilt als der Vollendete.“

Und der Ehrwürdige Lomasavangīso berichtete dem Sakkerfürsten Wort für Wort, was der Erhabene in Icchānangalam den Mönchen gesagt hatte.