Saṃyutta Nikaya 56

Wahrheit

42. Der Abgrund

Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham auf dem Felsen des Geierkulms. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: „Laßt uns, ihr Mönche, zur ‚Spitze der Antwort‘ gehen, dort den Tag über zu weilen.“

„Gewiß, o Herr“, erwiderten da jene Mönche dem Erhabenen.

So begab sich nun der Erhabene mit vielen Mönchen zur ‚Spitze der Antwort.‘ Da sah einer der Mönche von der ‚Spitze der Antwort‘ aus einen großen Abgrund und sagte zum Erhabenen: „Das ist ja, o Herr, wirklich ein großer Abgrund, ein wohl zu fürchtender Abgrund, o Herr. Gibt es nun wohl, o Herr, noch einen anderen Abgrund, der noch größer und noch mehr zu fürchten ist?“

„Das gibt es, ihr Mönche, es gibt wirklich noch einen anderen Abgrund, der noch größer und noch mehr zu fürchten ist.

Was ist das aber für ein Abgrund?

Alle jene Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die nicht wirklichkeitsgemäß erkennen:

‚Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen‘, alle diese erfreuen sich an Gestaltungen, die zu Geburt führen, zum Altern führen, zum Sterben führen, zu Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen.

Weil sie aber daran erfreut sind, deshalb gestalten sie solche Gestaltungen, die zu Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen.

Und weil sie solche Gestaltungen gestalten, stürzen sie in den Abgrund von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung.

Sie alle werden nicht völlig erlöst von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie werden nicht völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

Alle jene Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die da erkennen:

‚Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen‘, alle diese erfreuen sich nicht an Gestaltungen, die zu Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen.

Weil sie daran nicht erfreut sind, deshalb gestalten sie nicht solche Gestaltungen. Und weil sie solche Gestaltungen nicht gestalten, stürzen sie auch nicht in diesen Abgrund. Sie werden völlig erlöst von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie werden völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen.“