Saṃyutta Nikaya 6

Vom Brahman

10. Kokālika (2)

Sāvatthī.

Da nun begab sich der Bhikkhu Kokālika dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

Zur Seite sitzend sprach dann der Bhikkhu Kokālika zu dem Erhabenen also: „Sündhafte Wünsche, Herr, hegen Sāriputta und Moggallāna; sie sind der Gewalt sündhafter Wünsche verfallen.“

Auf dieses Wort hin sprach der Erhabene zu dem Bhikkhu Kokālika also: „Sprich nicht so, Kokālika! sprich nicht so, Kokālika! Laß dein Herz, Kokālika, froh vertrauen auf Sāriputta und Moggallāna. Tüchtig sind Sāriputta und Moggallāna.“

Und zum zweiten mal sprach da der Bhikkhu Kokālika zu dem Erhabenen also: „Obgleich, Herr, der Erhabene glaubwürdig und zuverlässig ist, hegen doch sündhafte Wünsche Sāriputta und Moggallāna; sie sind der Gewalt sündhafter Wünsche verfallen.“

Und zum zweiten mal sprach da der Erhabene zu dem Bhikkhu Kokālika also: „Sprich nicht so, Kokālika! Sprich nicht so, Kokālika! Laß dein Herz Kokālika, froh vertrauen auf Sāriputta und Moggallāna. Tüchtig sind Sāriputta und Moggallāna.“

Und zum dritten Mal sprach da der Bhikkhu Kokālika zu dem Erhabenen also: „Obgleich, Herr, der Erhabene glaubwürdig und zuverlässig ist, hegen doch sündhafte Wünsche Sāriputta und Moggallāna; sie sind der Gewalt sündhafter Wünsche verfallen.“

Und zum dritten mal sprach da der Erhabene zu dem Bhikkhu Kokālika also: „Sprich nicht so, Kokālika! sprich nicht so, Kokālika! Laß dein Herz, Kokālika, froh vertrauen auf Sāriputta und Moggallāna. Tüchtig sind Sāriputta und Moggallāna.“

Da nun erhob sich der Bhikkhu Kokālika von seinem Sitze, und nachdem er den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt und unter Zukehrung der rechten Seite umwandelt hatte, ging er weg.

Noch nicht lange aber war der Bhikkhu Kokālika weggegangen, da war sein ganzer Körper mit erbsengroßen Pusteln bedeckt. Erst erbsengroß gewesen, wurden sie groß wie Mungoböhnchen; groß wie Mungoböhnchen gewesen, wurden sie groß wie Kicherbohnen; groß wie Kicherbohnen gewesen, wurden sie groß wie Brustbeerenkerne; groß wie Brustbeerenkerne gewesen, wurden sie groß wie Brustbeeren (selber); groß wie Brustbeeren gewesen, wurden sie groß wie Myrobalanen; groß wie Myrobalanen gewesen, wurden sie groß wie unreife Bilvafrüchte; groß wie unreife Bilvafrüchte gewesen, wurden sie groß wie reife Bilvafrüchte; nachdem sie groß wie reife Bilvafrüchte geworden, brachen sie auf und ließen Eiter und Blut ausfließen.

Da nun starb der Bhikkhu Kokālika an eben dieser Krankheit, und nachdem der Bhikkhu Kokālika gestorben war, wurde er in der Padumahölle wiedergeboren, da er im Herzen feindselig gewesen war gegen Sāriputta und Moggallāna.

Da nun begab sich der Brahman Sahampati in vorgeschrittener Nacht, mit seiner herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, trat er zur Seite.

Zur Seite stehend sprach dann der Brahman Sahampati zu dem Erhabenen also: „Der Bhikkhu Kokālika, Herr, ist gestorben, und nachdem er, Herr, gestorben, wurde der Bhikkhu Kokālika in der Padumahölle wiedergeboren, da er im Herzen feindselig gewesen war gegen Sāriputta und Moggallāna.“

Also sprach der Brahman Sahampati, und nachdem er das gesagt und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt und unter Zukehrung der rechten Seite umwandelt hatte, verschwand er auf der Stelle.

Da nun sprach am Ausgang dieser Nacht der Erhabene zu den Bhikkhus „Diese Nacht, ihr Bhikkhus, begab sich der Brahman Sahampati in vorgeschrittener Nacht, mit seiner herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin wo ich mich befand. Nachdem er sich dorthin begeben und mich ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, trat er zur Seite. Zur Seite stehend sprach dann, ihr Bhikkhus, der Brahman Sahampati zu mir also:,Der Bhikkhu Kokālika, Herr, ist gestorben, und nachdem er, Herr, gestorben, wurde der Bhikkhu Kokālika in der Padumahölle wiedergeboren, da er im Herzen feindselig gewesen war gegen Sāriputta und Moggallāna.‘ Also sprach, ihr Bhikkhus, der Brahman Sahampati, und nachdem er das gesagt und mich ehrfurchtsvoll begrüßt und unter Zukehrung der rechten Seite umwandelt hatte, verschwand er auf der Stelle.“

Auf dieses Wort hin sprach ein Bhikkhu zu dem Erhabenen also: „Wie lang nun, Herr, ist die Lebensdauer in der Padumahölle?“

„Lang, o Bhikkhu, ist die Lebensdauer in den Padumahölle. Es ist nicht leicht zu berechnen: (es sind) so und so viele Jahre oder so und so viele Jahrhunderte oder so und so viele Jahrtausende oder so und so viele Jahrhunderttausende.“

„Ist es aber möglich, Herr, es mit einem Gleichnis auszudrücken?“

„Das ist möglich, o Bhikkhu,“ erwiderte der Erhabene.

„Es ist gerade so, wie wenn da, o Bhikkhu, ein Wagen wäre aus dem Kosalalande mit Sesamkörnern, zwanzig Khārīs fassend. Davon nähme ein Mann immer am Ende eines Jahrhunderts je ein Sesamkorn weg. Eher würde, o Bhikkhu, der Wagen aus dem Kosalalande mit Sesamkörnern, zwanzig Khārīs fassend, aufgebraucht sein und zu Ende gehen, als eine (Aufenthaltzeit in der) Abbudahölle. Da ist aber nicht bloß eine Abbudahölle.

Gleich wie zwanzig Abbudahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Nirabbudahölle. Gleich wie zwanzig Nirabbudahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Ababahölle. Gleich wie zwanzig Ababahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Atatahölle. Gleich wie zwanzig Atatahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Ahahahölle. Gleich wie zwanzig Ahahahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Kumudahölle. Gleich wie zwanzig Kumudahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Sogandhikahölle. Gleich wie zwanzig Sogandhikahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Uppalahölle. Gleich wie zwanzig Uppalahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Pundarīkahölle. Gleich wie zwanzig Pundarīkahöllen, o Bhikkhu, ist eine (Aufenthaltszeit in der) Padumahölle.

In der Padumahölle aber, o Bhikkhu, wurde der Bhikkhu Kokālika wiedergeboren, da er im Herzen feindselig gewesen war gegen Sāriputta und Moggallāna.“

Also sprach der Erhabene, und nachdem der Führer auf dem Heilspfad also gesprochen, verkündete der Meister noch folgendes:

„Ist ein Mensch geboren, so entsteht ihm im Mund eine Axt,
Mit der er, wenn er üble Worte spricht, sich selber schlägt.
Wer den lobt, der Tadel verdient
Und den, der Lob verdient, tadelt,
Der sammelt Verlust an mit seinem Munde,
Und durch diesen Verlust findet er kein Glück.

Von geringer Bedeutung ist der Verlust,
Die Einbuße von Geld beim Würfelspiel,
Oder auch die (Einbuße) von aller Habe samt der eignen Person.
Das ist der größte Verlust,
Wenn man feindselige Gesinnung hegt gegen die Führer auf dem Heilspfad.

Auf hundert tausend und sechsunddreißig
Nirabbudas (von Jahren) und noch fünf Abbudas
Geht in die Hölle ein, wer die Edlen schmäht,
Rede und Gesinnung aufs Böse richtend.“