Saṃyutta Nikaya 6

Vom Brahman

4. Baka der Brahman

Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Sāvatthī, im Jetahaine, im Parke des Anāthapindika.

Zu jener Zeit aber war Baka, dem Brahman, solche üble Anschauung entstanden: Dies ist ständig, dies ist dauernd, dies ist ewig, dies ist absolut; dies ist nicht dem Gesetz des Schwindens unterworfen. Denn dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder. Und ein anderes Entkommen als dieses gibt es nicht.

Da nun verschwand der Erhabene, der in seinem Herzen die Herzensgedanken Baka, des Brahman, erkannte, so schnell wie ein starker Mann den eingebogenen Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm einbiegt, im Jetahaine und erschien in der Brahmawelt.

Es sah nun Baka, der Brahman, den Erhabenen von frene herankommen. Wie er ihn sah, sprach er zu dem Erhabenen also: „Komme nur, Verehrter! Sei willkommen, Verehrter! Lange ist es her, Verehrter, daß du die Gelegenheit wahrnahmst hierher zu kommen. Dies ist ja ständig, dies ist dauernd, dies ist ewig, dies ist absolut, dies ist nicht dem Gesetz des Schwindens unterworfen. Denn dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder. Und ein anderes Entkommen als dieses gibt es nicht.“

Auf dieses Wort hin sprach der Erhabene zu Baka, dem Brahman, also: „In Nichtwissen wahrlich bist du, Baka Brahman, geraten; in Nichtwissen, wahrlich bist du, Baka Brahman, geraten, wenn du das, was gerade nicht ständig ist, ständig nennst—das, was gerade nicht dauernd ist, dauernd nennst—das, was gerade nicht ewig ist, ewig nennst—das was gerade nicht absolut ist, absolut nennst—das, was gerade dem Gesetz des Schwindens unterworfen ist, etwas was dem Gesetz des Schwindens nicht unterworfen ist, nennst,—und wenn du, was geboren wird und vergeht und stirbt und hinschwindet und wieder entsteht, so nennst: dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder—und wenn du, wiewohl es doch ein anderes Entkommen gibt, sagst: ein anderes Entkommen als dieses gibt es nicht.“

„Zweiundsiebzig, o Gotama, (sind wir) von verdienstlichen Tun,
Allgebietende, hinweggekommen über Geburt und Alter.
Diese höchste Existenz als Brahman ist durch den Veda erreicht;
Zu uns beten zahlreiche Menschen.“

„Gering ist diese (eure) Lebensdauer, nicht lang,
Die du, o Baka, für eine lange Lebensdauer hältst.
Als eine solche von hundert tausend Nirabbudas
kenne ich deine Lebensdauer, o Brahman!“

„Die Unendlichkeit habe ich im Auge, du Erhabener,
Als einer, der Geburt und Alter und Kummer überwunden hat.
Was war denn da mein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht?
Teile mir das mit, auf daß ich es wisse.“

„Daß du viele Menschen getränkt hast,
Die Durst litten, von Hitze überwältigt,
Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.
Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.

Daß du am Ufer der Enī die überfallenen Leute
Befreitest, die gefangen fortgeschleppt wurden,
Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.
Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.

Daß du auf dem Strom der Gangā das Schiff, das bedroht war
Von dem schlimmen Nāga in seiner Begierde nach Menschen,
Befreitest, kraftvoll ihn angreifend,
Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.
Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.

Ich war (damals) dein Schüler Kappa,
Und ich hielt dich für einen mit Erleuchtung begabten Büßer.
Daß war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.
Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.“

„Offenbar kennst du diese meine Lebensdauer,
Und andres weißt du: du bist ja der Buddha,
Und diese deine flammende Herrlichkeit
Erleuchtet ja die Brahmawelt.“