Saṃyutta Nikaya 6

Vom Brahman

6. Lässigkeit

Sāvatthī ist der Schauplatz.

Zu jener Zeit aber befand sich der Erhabene in seinem Tagesaufenthalt in einsamer Meditation.

Da nun begaben sich der Einzelbrahman Subrahman und der Einzelbrahman Suddhavāsa dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, standen sie einzeln jeder an einen Torpfosten.

Da nun sprach der Einzelbrahman Subrahman zu dem Einzelbrahman Suddhāvāsa also: „Es ist jetzt noch nicht die rechte Zeit, Verehrter, dem Erhabenen unsere Aufwartung zu machen. Es befindet sich der Erhabene in seinem Tagesaufenthalt in einsamer Meditation. Da ist aber die Brahmanwelt So-und—so, reich und blühend, und der Brahman dort führt ein Leben in Lässigkeit. Wollen wir uns aufmachen, Verehrter, und uns dorthin begeben, wo die Brahmanwelt sich befindet. Wenn wir uns dorthin begeben haben, wollen wir den Brahman anregen!“

„Ja, Verehrter!“ erwiderte der Einzelbrahman Suddhāvāsa aufhorchend dem Einzelbrahman Subrahman.

Da nun verschwanden der Einzelbrahman Subrahman und der Einzelbrahman Suddhāvāsa, so schnell wie ein starker Mann den eingebogenen Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm einbiegt, vor dem Erhabenen und erschienen in jener Welt.

Es sah nun der Brahman die Brahmans von ferne heran kommen. Wie er sie sah, sprach er zu den Brahmans also: „Halloh, woher kommt ihr, Verehrte?“

„Wir kommen, Verehrter, von dem Erhabenen, dem Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten. Gehe auch du, Verehrter, zur Huldigung des Erhabenen, des Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten.“

Auf dieses Wort hin bildete der Brahman, ohne auf das Gesagte einzugehen, sich selber tausend mal und sprach zu dem Einzelbrahman Subrahman also: „Siehst du da, Verehrter, was ich für eine Wundermacht besitze?“

„Ich sehe da, Verehrter, was du für eine Wundermacht besitzest.“

„Da ich, Verehrter, so wunderkräftig, so machtvoll bin, zu welches anderen, Samana oder Brahmana Huldigung, sollte ich da gehen?“

Da nun bildete der Einzelbrahman Subrahman sich selbst zweitausend mal und sprach zu dem Brahman also: „Siehst du da, Verehrter, was ich für eine Wundermacht besitze?“

„Ich sehe da, Verehrter, was du für eine Wundermacht besitzest.“

„Der Erhabene aber, Verehrter, der ist wunderkräftiger und machtvoller als du und als ich. Gehe du, Verehrter, zur Huldigung des Erhabenen, des Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten.“

Da nun redete der Brahman den Einzelbrahman Subrahman mit der Strophe an:

„Drei (Reihen) Greife, vier (Reihen) Gänse,
Und fünfhundert Adler, davon strahlt (mir) dem geistig Versenkten
Dieser mein Palast, o Brahman,
Leuchtend in der nördlichen Himmelsgegend.“

„Wiewohl dieser dein Palast strahlt,
Leuchtend in der nördlichen Himmelsgegend:
Der Weise aber, wenn er gesehen hat, daß die Lust an der Form stets unsicher ist,
Hat darum an der Form keine Freude.“

Da nun verschwanden der Einzelbraham Subrahman und der Einzelbrahman Suddhāvāsa, nachdem sie jenen Brahman angeregt hatten, auf der Stelle.

Es ging aber nun jener Brahman zu einer anderen Zeit zur Huldigung des Erhabenen, des Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten.