Saṃyutta Nikaya 7

Von den Brāhmanas

21. Sangārava

Sāvatthī ist der Schauplatz.

Zu jener Zeit aber wohnte ein Brahmane mit Namen Sangārava in Sāvatthī, der im Wasser die Reinheit sah, der durch Wasser Reinheit anstrebte. Morgens und abends führte er die Übung in das Wasser hinab zu steigen regelmäßig aus.

Da nun kleidete sich der ehrwürdige Ananda zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Obergewand und ging, Almosen zu sammeln, nach Sāvatthī. Nachdem er in Sāvatthī seinen Almosengang beendigt hatte, begab er sich nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige Ananda zu dem Erhabenen also: „Da wohnt, Herr, ein Brahmane mit Namen Sangārava in Sāvatthī, der im Wasser die Reinheit sieht, der durch Wasser Reinheit anstrebt. Morgens und abends führt er die Übung ins Wasser hinab zu steigen regelmäßig aus. Es wäre gut, Herr, wenn der Erhabene sich dorthin begäbe, wo die Wohnung des Brahmanen Sangārava ist, aus Erbarmen.“

Es willigte der Erhabene ein durch Stillschweigen.

Da nun kleidete sich der Erhabene zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Obergewand und begab sich dorthin, wo sich die Wohnung des Brahmanen Sangārava befand. Nachdem er sich dorthin begeben, setzte er sich auf dem bereiteten Sitze nieder.

Da nun begab sich der Brahmane Sangārava dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben, begrüßte er sich mit dem Erhabenen, und nachdem er mit ihm die (üblichen) Begrüßungen und Höflichkeiten ausgetauscht, setzte er sich zur Seite nieder.

Zu dem zur Seite sitzenden Brahmanen Sangārava sprach da der Erhabene also: „Ist es wirklich wahr, o Brahmane, daß du im Wasser die Reinheit siehst und durch Wasser die Reinheit anstrebst, daß du morgens und abends die Übung ins Wasser hinab zu steigen regelmäßig ausführst?

„Ja, Herr Gotama!“

„Welchen Endzweck aber, o Brahmane, hast du im Auge, wenn du im Wasser die Reinheit siehst und durch Wasser die Reinheit anstrebst, und wenn du morgens und abends die Übung ins Wasser hinab zu steigen regelmäßig ausführst?

„Wenn hier von mir, Herr Gotama, am Tage eine sündhafte Handlung getan worden ist, so wasche ich sie am Abend durch mein Bad ab. Wenn in der Nacht von mir eine sündhafte Handlung getan worden ist, so wasche ich sie am Morgen durch mein Bad ab. Diesen Endzweck, Herr Gotama, habe ich im Auge, wenn ich im Wasser die Reinheit sehe und durch Wasser die Reinheit anstrebe, und wenn ich morgens und abends die Übung ins Wasser hinab zu steigen regelmäßig ausführe.“

„Die wahre Lehre ist ein Teich mit sittlicher Zucht als Badeplatz,
Nicht verunreinigt, von den Frommen den Frommen gepriesen,
Wo wahrlich die ans Ziel des Wissens Gelangten,
wenn sie ihr Bad genommen haben,
Mit unbenetzten an das jenseitige Ufer gelangen.“

Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane Sangārava zu dem Erhabenen also: „Wundervoll, Herr Gotama! usw. ... (= 11). Als Laienanhänger soll mich der Herr Gotama annehmen, der von heute an auf Lebenszeit zu ihn seine Zuflucht genommen hat.“