Sutta Nipāta 1.5

Cunda (Cunda-Sutta)

CUNDA, der Goldschmied

Den Muni frage ich, den Weisheitsreichen,
Erwachten Herrn der Lehre, von Begehren frei,
Der Menschen Höchsten, besten aller Führer:
Wieviel, o künde, gibt es in der Welt Asketen?

DER ERHABENE

Asketen gibt es vier und keinen fünften.
Von dir befragt, will ich sie dir nun künden:
Des Pfades Meister und des Pfades Künder,
Der auf dem Pfade lebt und auch der Pfad-Verderber.

CUNDA, der Goldschmied

Pfadmeister nennen wen Erwachte?
Wie ist man Pfadverkünder ohnegleichen?
Der auf dem Pfade lebt, ihn zeige mir, befragt!
Und auch den Pfad-Verderber wolle mir erklären!

DER ERHABENE

Von Ungewißheit ledig und von Stachel frei,
Der, suchtlos, am Nibbāna seine Freude findet,
Ein Führer dieser Welt mit ihren Göttern,
Pfadmeister nennen ihn Erwachte.

Wer Höchstes hier als Höchstes weiß,
Hier eben kündet und genau erklärt die Lehre,
Ein Muni, Zweifeltilger, ohne Wunschesregung,—
Vom zweiten Mönch spricht man als Pfadverkünder.

Auf dieser Lehre Fährte, die so gut verkündet,
Wer auf dem Pfade lebt, gezügelt ist und achtsam,
Untadelhafte Fährten nur begehend,—
Als ‚lebend auf dem Pfad‘ spricht man vom dritten Mönch.

Der die Verkleidung Tugendhafter annimmt,
Sich vordrängt, dreist, Verderber der Familien,
Ein Gleißner, und wer zügellos und schwatzhaft,
Verkappt einhergeht, der ist Pfad-Verderber.

Wer diese hat durchschaut, ein Hausner,
Erfahren, weise, der ein Jünger ist der Edlen,
‚Nicht alle sind gleich diesen‘, also weiß er.
Erkennend dies, verläßt ihn nicht Vertrauen.
Wie könnt' er auch den Unverdorbenen mit Verderbtem,
Den Reinen gleich mit dem, der unrein, stellen?