Sutta Nipāta 2.11

Rāhula (Rāhula-Sutta)

DER ERHABENE

Trotz ständigen Beisammenlebens verachtest du auch nicht den Weisen?
Der Menschheit Fackelträger, wird er gebührend auch von dir verehrt?

RAHULA

Trotz ständigen Beisammenlebens verachte ich den Weisen nicht.
Der Menschheit Fackelträger verehr' ich ständig nach Gebühr.

DER ERHABENE

Fünffache Sinnenlust hast du verlassen,
So lieb gehalten, die das Herz erfreut.
Vertrauensvoll zogst aus dem Hause du,
So werde nun ein Endiger des Leids!

Zu edlen Freunden sollst du dich gesellen,
Erwähle fern entlegene Wohnstatt dir,
Die einsam ist, dem Lärm entzogen!
Beim Mahle kenne wohl das Maß!

Nach Mönchsgewand und Brockenspeise,
Nach Wohnstatt und Arznei für Krankheit,
Hiernach sollst nimmer du Begehren hegen,
Damit zur Welt du nicht mehr wiederkehrst!

Gezügelt sei in dieses Ordens Regel,
Bei den fünf Sinnen auch sei du bewacht!
Die „Achtsamkeit beim Körper“ sei dir eigen,
Den Abscheu mache in dir stark!

Meide Gedanken-Bild, das lieblich,
Das mit Begierde ist verquickt!
An dem, was unrein reife deinen Geist,
Damit er einig, wohl gesammelt sei!

Bildlosigkeit laß in dir reifen,
Die Dünkels-Neigung treibe aus!
Wenn alles Dünken du getilgt,
Befriedet wirst du leben dann!

Auf eben solche Weise ermahnte immer wieder der Erhabene den ehrwürdigen Rāhula mit diesen Versen.