Sutta Nipāta 3.1

Die Weltentsagung (Pabbajjā-Sutta)

Künden will ich von der Weltentsagung,
Wie sie der Klargeäugte hat vollzogen,
Wie, reiflich prüfend, er die Weltentsagung wählte.

„Beengung ist's, im Haus zu leben, in dieser Stätte voller Schmutz!
Doch Weltentsagung gleicht dem Himmelsraum!“
Dies sehend zog er dann hinaus.

Der Welt entsagend, mied er Übeltat in Werken,
Ließ unrecht Wort und hielt die Lebensweise rein.

Nach Rājagaha kam der Buddha, nach Giribbaja in Māgadha.
Um Brockenspeise ging er dort, er, der der Größe Male trägt.

Ihn erblickte Bimbisāra, auf des Palasts Terrasse stehend.
Sehend seine Hohen Male, ließ er dieses Wort verlauten:

„Ihr Herren, habt auf diesen acht: voll Anmut ist er, hochgewachsen, rein;
Ein edles Wesen zieret ihn, nur jochweit läßt er schweifen seinen Blick.

Sein Gang ist achtsam, mit gesenkten Augen.
Nicht wie aus niederm Stamm ist dieser hier.
Die Königsboten mögen eilen, wohin der Mönch geht, zu erkunden!“

Die Königsboten, ausgesandt, sie folgten seinen Schritten nach:
„Wohin mag gehen wohl der Mönch“ wo mag wohl seine Wohnstatt sein?

Von Haus zu Haus ging er um Brockenspeise, die Tore seiner Sinne gut bewacht.
Er ging besonnen, voller Achtsamkeit; und bald ward seine Schale ihm gefüllt.

Als er, um Almosen gegangen, die Stadt verließ der Muni dann.
Zum Pandava begab er sich: „Dort wird mir wohl Behausung sein!“

Behausung nehmen sahen ihn die Boten und blieben in der Nähe dort.
Ein Bote aber ging zurück und gab dem König dieses kund:

„Dieser Mönch, o großer König, östlich auf dem Pandava
Weilt er wie ein mächt'ger Tiger, wie ein Löwe in der Felsenkluft.“

Der Ritter-Fürst darauf, als er des Boten Wort vernommen,
Fuhr eilig hin auf seinem Prunkgefährt zum Felsen, Pandava genannt.

Es fuhr der Ritter-Fürst, soweit die Wagen-Bahn, sodann entstieg er dem Gefährt.
Zu Fuß begab er sich dorthin und setzte sich dann nebenbei.

Niedersitzend sprach der König höfliche und freundliche Begrüßung,
Und als erwidert war der Gruß, ließ er vernehmen dieses Wort:

„Jung bist du ja, und zart,—ein Jüngling in der Blüte seiner Jugend,
Mit hoher Schönheit angetan, bist edelbürtigem Ritter gleich,

Der leuchten macht ein stattlich Heer, zu Häupten steht der Helden Schar!
Reichtümer will ich dir verleihen, die genieße! Nun künde an mir deinen Stamm!“

„Geradenwegs, am Abhang des Himalaya, o König,
Da lebt in Kosala ein Volk, dem Reichtum eignet und auch Kraft.

Adiccas sind sie nach Geschlecht, und „Sakyer“ wird ihr Stamm genannt.
Von dieser Sippe, König, zog ich aus, nach Sinnenlüsten kein Verlangen tragend.

Sinnenlüsten hab' das Elend ich gesehn, Entsagung als die Sicherheit erkannt!
Zum Kampfe will ich gehen nun,—hieran erfreut sich mein Gemüt!“