Udāna 3.6

Nanda

Pilinda

So habe ich gehört: Einst weilte der Erhabene bei Rājagaha im Bambus-Haine beim Kalandakanivāpa. Damals aber redete der ehrwürdige Pilindavaccha die Mönche mit dem Worte ‚Verworfene‘ an. Und viele Mönche begaben sich hin zum Erhabenen, begrüßten den Erhabenen ehrfurchtsvoll und setzten sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprachen nun diese Mönche zum Erhabenen also: „Herr, der ehrwürdige Pilindavaccha redet die Mönche mit dem Worte, Verworfene‘ an.“ Da richtete der Erhabene das Wort an einen Mönch: „Geh‘, Mönch, sage dem Mönch Pilindavaccha in meinem Namen: ‚Freund Pilindavaccha, der Meister ruft dich!‘“—„So sei es, Herr !“ antwortete jener Mönch dem Erhabenen, dann begab er sich zum ehrwürdigen Pilindavaccha und sprach zu ihm: „Freund Pilindavaccha, der Meister ruft dich!“—„Ja, Freund!“ antwortete der ehrwürdige Pilindavaccha jenem Mönch, dann begab er sich hin zum Erhabenen, begrüßte den Erhabenen ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zu dem ehrwürdigen Pilindavaccha, der ihm zur Seite saß, sprach nun der Erhabene also: „Ist es wahr, Vaccha, was man hört, daß du die Mönche mit dem Worte: ‚Verworfene‘ anredest ?“—„So ist es, Herr !“—Und der Erhabene betrachtete nun aufmerksam des ehrwürdigen Pilindavaccha Leben in früheren Zeiten und richtete dann das Wort an die Mönche: „Mönche, ereifert euch nicht über den Mönch Vaccha. Nicht aus Haß in seinem Innern, ihr Mönche, redet Vaccha die Mönche mit dem Worte ‚Verworfene‘ an. Fünfhundert unmittelbar aufeinander folgende Wiedergeburten des Mönches Vaccha, ihr Mönche, haben in einer Brahmanen-Familie stattgefunden: Dies sein Wort ‚Verworfene‘ ist (von ihm) lange Zeit hindurch gebraucht worden.“

Da tat der Erhabene nachdem er erkannt, was dies zu bedeuten hatte, bei jener Gelegenheit folgenden feierlichen Ausspruch:

„In wem keine Täuschung weilt, kein Dünkel, wer die Begierde vernichtet hat, wer nichts sein eigen nennt, wer wunschfrei ist, wer den Zorn von sich gestoßen hat, wessen Geist zur Ruhe gelangt ist: der ist ein Brahmana, der ist ein Asket, der ist ein Mönch.“